1. Mai-Versammlung wächst weiter

Knapp 100 Menschen beteiligten sich dieses Jahr an der antiautoritären 1. Mai-Versammlung am Weißenburger Platz. Wie im vergangenen Jahr luden der (Queer-)Feministische Streik München, das Solidarity Network Dachau und das Allgemeine Syndikat München der Basisgewerkschaft FAU dazu ein, Stimmen aus verschiedenen Betrieben an die Öffentlichkeit zu bringen.

Bei prächtigem Wetter und einem gut gelegenen Platz mit vielen Passant*innen ging es in Beiträgen aus den Bereichen Schule und Erziehung um prekarisierte Bildung und ungleiche Voraussetzungen für Kinder aus ärmeren Verhältnissen. Der Kapitalismus produziert und reproduziert soziale Ungleichheit. Die kommenden Jahre werden mit einer reaktionären neuen Regierung geprägt sein von Umwälzungen gegen uns lohnabhängig Beschäftigte. Arbeitszeitregelungen, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mindestlohn – CDU/CSU laufen sich gerade warm bis zur offiziellen Regierungsübergabe. Weiterlesen

Hausbesetzung in Rosenheim am 1. Mai

„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum und keine Bauten, die sich nur noch Bonzen leisten können.“

Aktivist*innen besetzten in Rosenheim ein Haus am Salzstadel – genau in dem Moment als die 1. Mai Demonstration des DGB dort um 10:45 Uhr die Zwischenkundgebung beendete wurden Transparente aus dem Gebäude gehangen. Spontan fanden sich 30 Menschen ein, um mit einem Straßenfest die Besetzung vor dem Haus zu unterstützen.

Die Polizei räumte das Gebäude kurz nach 16:00 Uhr und nahm zwei Besetzer*innen in Gewahrsam.
Eine Sprecherin äußerste gegenüber der Lokalpresse: „Die gesamte Besetzung war ein riesiger Erfolg. Das besetzte Haus steht seit Jahren leer und wird als Spekulationsobjekt für Investoren auf gängigen Internetplattformen angeboten. Wohnraum ist ein Menschenrecht – kein Spekulationsobjekt. Weiterlesen

infocafe 06.05.25

infocafe | 06.05.2025 | 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

get connected

Das infocafe bietet Raum für gegenseitigen Austausch und kann als Anlaufpunkt genutzt werden, um sich zu vernetzen. Aktuelle Anlässe können ebenso wie von euch eingebrachte Themen diskutiert werden – oder ihr könnt einfach nur nach Feierabend chillen.

Es wird laufend aktuelles Infomaterial, Bücher, Zeitschriften und sonstiges brauchbares geben. Schaut vorbei.

80 Jahre Dachauer Aufstand


„Nun muss deine blöde arische Mörderbande merken, dass sie die Gejagten sind.“ Am frühen Morgen des 28. April 1945 gegen 8:00 Uhr stürmen aufständische Antifaschist*innen das Dachauer Rathaus und halten die Altstadt besetzt. Eine sinnlose Verteidigung der Stadt mit weiteren Toten und eine Liqudierung des Konzentrationslagers soll so verhindert werden. Die US-Armee befindet sich bereits in unmittelbarer Nähe, es scheint eine Frage der Zeit bis sie Dachau erreichen. Die Aufständischen setzen sich aus Dachauer Arbeiter*innen und einige Tage zuvor befreiten Inhaftierten des Konzentrationslagers zusammen.
„Beim Beladen des Moorexpresses schielen wir uns gegenseitig an. Alles alte Genossen mit Erfahrung. Die langen Jahre Zuchthaus und KZ hatten uns nicht kaputt gemacht. Wie oft hatten wir dem Tod ins Auge gesehen? Alte Spanienkämpfer der Internationalen Brigaden sind mit von der Partie. Verdammt, das muss hinhauen. Wenn wir doch endlich schon Waffen hätten! Aber erst müssen wir hier raus.“ Weiterlesen

1. Mai 2025 München: Das Ende der Bescheidenheit


Raus zum 1. Mai! Für eine sozialrevolutionäre Perspektive!

12:00 Uhr Weißenburger Platz (Nähe Ostbahnhof)

DAS ENDE DER BESCHEIDENHEIT – Selbstorganisiert & solidarisch gegen Niedriglöhne, Entrechtung, Ausbeutung

Autoritäre und reaktionäre Tendenzen machen sich nicht nur in Wahlergebnissen bemerkbar. Wir erleben dies durch eine Renaissance von Wertvorstellungen, die Frauen primär als Mütter, unentgeltliche Haushaltskräfte und schlecht bezahlte Arbeiter*innen sehen. Seit Monaten fordern Unternehmensverbände Kürzungen bei Sozialleistungen, Einschränkung des Streikrechts, Lockerung von Arbeitszeitregelungen und monieren eine vermeintlich mangelnde Leistungsbereitschaft. Dabei wird bewusst ignoriert, dass für etliche Lohnabhängige das „um die Runden kommen“ einen monatlichen Drahtseilakt bedeutet. Der Lohn ist gering, die Miete hoch. Weiterlesen

Global May Day 2025 – 1. Mai international

Selbstorganisation gegen Autoritarismus, Faschismus und Diktatur! #1world1struggle

Wir rufen zur weltweiten Solidarität der Arbeiter*innenklasse am 1. Mai – und an jedem anderen Tag – auf!

Autoritäre und rechtsgerichtete Bewegungen gewinnen weltweit an Stärke und immer mehr autoritäre Regierungen kommen an die Macht. Die Entwicklungen reichen von einem zunehmenden Einfluss reaktionärer politischer Bewegungen (z. B. in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Dänemark, Israel und Frankreich) über zunehmend autokratische und oligarchische Regime (z. B. in Argentinien, den USA, Ungarn, Österreich, den Philippinen, Indonesien, Hongkong, Italien, Nicaragua, Russland, Indien, der Türkei und Bangladesch) bis hin zu ausgesprochen repressiven und autoritären Staaten (z. B. in Myanmar).
Obwohl es notwendig ist, die historischen Kontexte vor Ort zu betrachten, um autoritäre Entwicklungen vollständig zu verstehen, gibt es weltweit wichtige Gemeinsamkeiten. Ein Merkmal ist die Verbindung von organisierten Kapitalinteressen mit einem repressiven Nationalstaat. Weiterlesen

infocafe 01.04.25: Solidarity Network selber machen

infocafe | 01.04.2025 | 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

Praktische Handlungsmöglichkeiten gegen die Zumutungen des alltäglichen Lebens

Diese Mal wollen wir mit praktisch gelebter Solidarität einen Ansatz vorstellen, der uns Vereinzelung überwinden und uns zusammen kommen lässt. In dessen Folge wir kontinuierlich Gegenmacht von unten aufbauen wollen. In einem kurzen Referat werden anhand internationaler und lokaler Beispiele. Möglichkeiten aufgezeigt, wie Solidarität und gegenseitige Hilfe dazu beitragen, dass wir eben nicht alleine gelassen werden mit den Problemen des Alltags – ob Lohnabhängige oder Sozialhilfe Anhängige, mit und ohne deutschen Pass. Weiterlesen

Streik am Klinikum Dachau

Am 06.03.25 fand der bislang einzige Streik innerhalb der laufenden Tarifrunde des Öffentlichen Dienstes in Dachau statt. 24 Stunden streikten die Kolleg*innen der Helios Amper Kliniken AG und setzten wieder ein klares Lebenszeichen.
Mit dem Beginn der Frühschicht um 6 Uhr morgens stellten die Aktiven Streikposten mit Schildern, Transparenten und Flugblättern, bis man des Geländes verwiesen wurde. Zum vereinbarten Treffpunkt wurde die Stimmung mit den obligatorischen Trillerpfeifen sowie lauten Slogans, dass heute kein Arbeitstag, sondern Streiktag ist, untermalt. In einer Demonstration ging man über die Altstadt ins Streiklokal im Gasthaus Drei Rosen, wo eine Diskussion über weitere, beständige Vernetzung geführt wurde. Natürlich blieben die üblichen Desinformationen und Einschüchterungen im Vorfeld des Streiks nicht aus, konnten aber durch das Verteilen eines Streikrechts für Nicht-Gewerkschaftsmitglieder abgefedert werden.

„Profite im Gesundheitswesen? Total krank!“
Vor zwei Jahren wurden in Dachau an einem Tag sämtliche essenzielle Bereiche, die zur Aufrechterhaltung einer Gesellschaft notwendig sind bestreikt. Wurde während und im Auslaufen der Pandemie noch von systemrelevanten Berufen gesprochen und diese, v.a. im Krankenhausbereich, beklatscht, zeigt sich nun, wie viel rein symbolische Bekundungen bringen: nichts! Als „Frauenberufe“ titulierte Lohnarbeit in Kindergärten oder Krankenhäusern wird weiterhin schlechter bezahlt und gering wertgeschätzt. Das Dachauer Klinikum weist allerdings noch eine Besonderheit auf. Weiterlesen

Chronik rechter Vorfälle in Dachau und Umgebung 2024

Januar

Die bundesweiten Bauernproteste kommen auch im Landkreis Dachau in Fahrt. Am Morgen des 8. Januar ruft der Bayerische Bauernverband (BBV) zu einer Kundgebung in München auf. Zu dieser begeben sich die einzelnen Landwirte auf einer Sternfahrt mit ihren Traktoren, um den Berufsverkehr zu blockieren. Hintergrund ist die von der Regierung geplante Streichung von Vergünstigungen beim Agrardiesel und bei der KfZ-Steuer.
Der grundsätzlich legitime Protest findet nicht nur in der Bevölkerung Zuspruch, sondern auch in den konservativem bayerischen Regierungsparteien CSU und Freie Wähler (FW), die die Proteste als Vehikel für Kritik an der Bundesregierung nutzen und sich darüber hinaus seit jeher als politisches Sprachrohr des Standes der Landwirte betrachten. Im Gegensatz zur ablehnenden Rhetorik bei Blockaden durch Klima-Aktivist*innen werden die Blockaden der Landwirte gelobt. Landrat Stefan Löwl (CSU) zeigt – wie schon ein Jahr zuvor bei den Corona relativierenden Spaziergängen – nicht nur „volles Verständnis“, sondern sieht darin „ein starkes Zeichen“ gegen die Politik der Regierung. Auch die extreme Rechte springt milieuübergreifend auf die Proteste auf und versucht dort zu punkten. Der BBV-Obmann im Landkreis Dachau Sedlmair sagt gegenüber der Lokalpresse, man wolle sich „weder von rechts noch von links“ unterwandern lassen und poltert „die ganze Politik ist für mich langsam nur noch eine Lüge“.
Obgleich kleine Höfe als so genannter Nebenerwerb de facto ums Überleben kämpfen, wird die Tatsache unterschlagen, dass der Bauernstand in der EU massiv subventioniert wird und Landwirte Privilegien besitzen von denen Geringverdienende nur träumen können. Auch wird in den gesamten Protesten nicht zwischen kleinen Höfen und wohlhabenden Großbauern mit erheblichem Besitz an Grund unterschieden.
Soziale Spaltung ist kein Thema, was sich im Verlauf der Proteste zeigen wird, in dem man sich versucht mit Kleinunternehmen, Selbständigen und deren Verbänden zu verbünden und verbal nach unten tritt. Man bringe Leistung – was ihnen niemand abspricht – gleichzeitig wird sozial schlecht gestellten Bevölkerungsteilen die Erbringung dieser kategorisch abgesprochen. An den Traktoren befestigte Schilder mit Parolen verdeutlichen diese Vereinfachung und Ausblendung. Aufschriften wie „Wenn die Ampel ausfällt gilt rechts vor links“ sind zwar mehrdeutig, eine offene Positionierung oder Sympathie mit der extremen Rechten findet zu diesem Zeitpunkt im Landkreis nicht statt. Andererseits kommt den Organisator*innen nicht in den Sinn, dass eventuell viele Arbeiter*innen und sozial Benachteiligte sich mit den Protesten identifizieren könnten, vielmehr schließen sie einen solchen Zusammenschluss von Beginn an aus. (Quelle: Dachauer SZ) Weiterlesen