Inflation, Krise und was tun

Wir gehen erdenklich beschissenen Zeiten entgegen. Täglich überschlagen sich Meldungen über steigende Preise, ebenso über Maßnahmen seitens der Regierung, welche aber nicht im geringsten zu einer Verbesserung der materiellen Lage von uns Lohnarbeiter*innen beitragen werden. Das deutsche Kapital fürchtet eine Rezession, kann sich aber auf die Regierung verlassen, die Kosten der Krise auf uns abzuwälzen. Und die politische Linke? Sie wirkt paralysiert, eine Debatte darüber, wie man dem begegnen kann nimmt erst spät an Fahrt auf und findet dort, wo sie eigentlich geführt werden müsste wenig Widerhall: bei uns in der Klasse der Lohnabhängigen. Weiterlesen

Abschiebehardliner Löwl

Der Dachauer Landrat Löwl hat erneut eine Abschiebung zu verantworten. Eine komplette Familie aus Karlsfeld, die seit 2015 hier lebt, deren jüngste Tochter hier geboren wurde, wurde in der Nacht auf den 13.07.22 wie üblich überfallartig aus den Betten gerissen und direkt nach Nigeria abgeschoben. Die Eltern Faith und Nicholas sind schwer krank, der Sohn geistig beeinträchtigt. Kurz vor der Einführung des von der Bundesregierung verabschiedeten Chancenaufenthaltsrechts (1), schiebt man die Karlsfelder Familie noch schnell ab. Vater Nicholas hatte kurzfristig seinen Job verloren, weil man ihm die Arbeitserlaubnis entzogen hatte (2). Für die Kinder ist Nigeria ein fremdes Land, die katholischen Eltern fürchten die islamistische Terrormiliz Boko Haram.

Dass das Landratsamt Dachau immer wieder mit Abschiebungen in die Schlagzeilen gerät, zieht sich wie ein roter Faden durch die Lokalpolitik. Alle Beteuerungen sich nur an geltendes Recht zu halten, können nicht darüber hinweg täuschen, dass der Landrat ein Hardliner ist. Bei jeder weiteren Abschiebung gibt er sich selbstgerecht, hochmütig und von jeglicher Kritik unbeeindruckt (3). Im Falle ukrainischer Geflüchteter gibt er aber fast schon den freigiebigen Staatsmann, inszeniert sich als Samariter, appelliert an die Dachauer*innen solidarisch zu sein. Was für eine Heuchelei! Weiterlesen

Antifaschistisches Infocafe 05.07.22: WDzwo Aktivist*innen der Hofbesetzung berichten

 

FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7 | Beginn 20:00 Uhr | aktuelle Infos wdzwo.wordpress.com/

Eine Besetzung, eine Räumung und ein Projekt, das noch lange nicht zu Ende ist. Anfang des Jahres wurde heimlich, still und leise ein seit fast 10 Jahren leerstehender Hof in Wolfersdorf im Landkreis Freising besetzt. Ein Freiraum sollte entstehen, es wurde aufgeräumt, renoviert und ausgemistet. Platz ist ein Privileg und wir haben vor, ihn nicht zu verschwenden. Dass der Hof weiter verfällt, bedeutet mehr Profit für die Erb*innen weil das Bauland darunter immer wertvoller wird. Doch mit Wohnraum und Land darf nicht spekuliert werden. Wohnraum und Land soll bedarfsorientiert im Kollektiv genutzt werden. Mit der WDzwo entsteht ein Projekt, das selbstorganisiert und basisdemokratisch gestaltet werden soll“, sagen sie. Weiterlesen

Hofbesetzung im Landkreis Freising geräumt

Pressemitteilung Freising, 15.06.2022

„Am gestrigen Dienstag, den 14. Juni 2022 wurde die Hofbesetzung „WDzwo“ in Au i.d. Hallertau am elften Tag nach der Öffentlichmachung überraschend von der Polizei geräumt. Eine Erbin hatte Anzeige erstattet, woraufhin die Polizei mit einem Kasten- und einem Streifenwagen anrückte und die Besetzung auflöste.

„Damit haben wir gerechnet, aber dennoch sind wir enttäuscht“, sagt Mia Finke, Pressesprecherin der WDzwo-Besetzung. „Das ganze hätte anders laufen können. Die Erbin hätte jederzeit für einen Austausch bei uns vorbeikommen können, die WDzwo war ein offener Ort. Aber anstatt den Weg der kommunikation zu gehen, wählt die Erbin staatliche Repression. Das ist enttäuschend.“

Seit Januar war der alte Vierseithof in Wolfersdorf 2, der seit acht Jahren leer steht, still von Aktivist*innen besetzt. Am Samstag, den 4. Juni wurde die Besetzung öffentlich gemacht und hat seit dem zunehmend interessierte und Aufgeschlossene Besucher*innen aus der Gegend angelockt. „Den Leuten hat gefallen, was wir hier machen“, sagt Aaron Amsel, ein WDzwo-Bewohner. „Nur ausgerechnet von den Erb*innen bekommen wir keine Wertschätzung sondern eine Anzeige reingedrückt.“

Die Räumung ging zügig über die Bühne. Die Polizei traf nur eine Aktivist*in vor Ort an. Die restlichen 15-20 Aktivist*innen hielten sich zufälligerweise gerade nicht auf dem Gelände auf. Der angetroffenen Aktivistin wird Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen. Vor allem letzteres macht die WDzwo-Bewohnerinnen wütend. Weiterlesen

Hofbesetzung in Oberbayern & Hausbesetzung in Salzburg

Endlich wieder ein Squat in Bayern! Zu Jahresbeginn wurde ein leerstehender Hof im Nachbarlandkreis besetzt. Anfang Juni kam nach einem knappen halben Jahr stiller Besetzung das Coming-Out: „Wir. Sind. Da.“ Nun geht es darum es zu halten. Worum es grundsätzlich geht erzählen die Besetzer*innen selbst.

Weitere Infos wdzwo.wordpress.com/

„Der ehemalige Fleischhauer-Hof ist ein prächtiger Vierseithof in kompletter Alleinlage im lauschigen Oberbayern. Wir haben Bock und viel vor. Platz ist ein Privileg und wir haben vor, ihn nicht zu verschwenden. Dass der Hof weiter verfällt, bedeutet mehr Profit für die Erb:innen weil das Bauland darunter immer wertvoller wird. Doch mit Wohnraum und Land darf nicht spekuliert werden. Wohnraum und Land soll bedarfsorientiert im Kollektiv genutzt werden. Mit der WDzwo entsteht ein Projekt, das selbstorganisiert und basisdemokratisch gestaltet werden soll. Weiterlesen

Nirgends so viele 450 Euro Jobs wie in Dachau

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Hans-Böckler-Stiftung des DGB¹ gibt es im gesamten Bundesgebiet nirgends so viele Menschen mit einem 450 Euro Job wie im Landkreis Dachau. Mit einem Anteil von 16% bewegt man sich an der Spitze, gefolgt vom Landkreis Fürstenfeldbruck mit 15%. Bei der Suche nach Gründen gehen die Meinungen bei so genannten Expert*innen auseinander, auch ob dies überhaupt ein Problem darstellen würde. Für Lohnabhängige liegen die Gründe klar auf der Hand. Wer zu wenig verdient um damit über die Runden zu kommen, versucht etwas dazu zu verdienen.

Mietwucher

Regelmäßig wird berichtet, dass die Mieten im „Speckgürtel“ von München eben auch bundesweit Spitze sind. In Karlsfeld sind sie 2019 und 2020 gar am höchsten. Dachau bewegt sich meist auf Platz fünf². Weiterlesen

Diskussion: Die Realität der Verleugnung und die Verleugnung der Realität

Übersetzung Dezember 2021 | Antithesi / Kognord

Dieser Text wurde im September 2021 auf Griechisch verfasst und veröffentlicht. Er war als polemische Intervention in einer Debatte über das Sars-CoV-2-Virus, die Maßnahmen und Instrumente zu seiner Bekämpfung und den Autoritarismus der griechischen Regierung gedacht. Auslöser war vor allem unser Erstaunen (und unsere Traurigkeit) darüber, dass viele unserer Genoss*innen und Freund*innen aus dem radikalen Milieu die Pandemie leugnen, während einige von ihnen langsam aber sicher in Verschwörungsdenken und schockierende Absurditäten abgleiten. Mit dem Text wollten wir daher nicht nur solche Irrationalitäten kritisieren und anprangern, sondern versuchen, die verschiedenen Gründe für einen solchen Rückschritt zu verstehen. Obwohl der Text also versucht, die Frage zu beantworten, was uns die Covid-Pandemie (und ihr Management) über den zeitgenössischen Kapitalismus und den Staat sagt, stellt er auch die schwierige Frage, was sie uns über die Subjekte der heutigen Zeit und die materiellen Bedingungen für kollektives Denken und Kämpfen sagt. Weiterlesen

Covid-19 und kein Ende

Mal ehrlich, man kann es nicht mehr hören. Täglich steigende Infektionszahlen, Krankenhauskapazitäten mindestens am Anschlag und eine stabile Masse an Menschen von 14-15 Millionen, die sich einer Impfung gegen den tödlichen Virus verweigern. Ein Ministerpräsident, der allen Ernstes behauptet, die Wissenschaft habe nicht vor einer neuen Welle gewarnt, Diskussionen über Impfpflicht, Einführung von 3G am Arbeitsplatz. Der Staat will erneute Lockdowns umschiffen, weil das Kapital darauf besteht. Nein, es geht nicht um die gesundheitliche Unversehrtheit aller Menschen, weder im Privaten und schon gar nicht in der Arbeit. Es geht um Unversehrtheit der Mehrwertabschöpfung durch unsere Arbeitskraft. Ob große produzierende Industrie oder Kleingewerbe, das Rad muss rollen, ansonsten kann Kapitalismus nicht funktionieren. Weiterlesen

09.10.21: Eröffnungsfeier für neuen selbstverwalteten Freiraum in München

Mit der A-Tram gibt es einen weiteren selbstverwalteten Freiraum in München. Am 09.10.21 findet die lang ersehnte Eröffnungsfeier statt.

Los geht’s ab 14:00 Uhr mit Kaffee und Kuchen, abends wird auch noch gekocht.

Adresse: Tumblingerstraße 45

„Die A-Tram ist ein selbstverwalteter Info- und Kulturladen im Schlachthof / Graffitipark München zwischen der Tumblingerstraße und der Thalkirchner Straße – in einer umgebauten Trambahn. Im Inforegal findet ihr Material zu antifaschistischen, antirassistischen, antisexistischen, subkulturellen (von Punk und Hiphop bis Streetart) und vielen weiteren politischen und kulturellen Themen unter anderem in Form von Zines und Büchern.“

24.07.21: Spendenflohmarkt für Geflüchtete auf Lesbos

24.07.21 | 10:00 Uhr | Brunngartenstr. 7 Dachau | Fight Fortress Europe

Infos über Abgabe von Artikeln für den Flohmarkt beim Freiraum Dachau

„Nach dem das Elendslager Moria letztes Jahr abgebrannt ist, machte sich die Hoffnung auf eine Besserung der Situation breit. Jedoch wurden die Zustände nur verlagert, aber in keinster Weise verbessert. Im neu aufgezogenen Lager Kara Tepe leben 6000 Menschen. Es gibt jedoch nur 8 Duschen. Regelmäßge Krätzeausbrüche sind die Folge. Das Camp liegt direkt am Meer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, welcher mit Kies aufgeschüttet wurde. Der Boden kann kaum Wasser aufnehmen, bei jedem Regen steht das Lager unter Wasser. Ob da noch alte Munition rumliegt kann auch kein Mensch sagen. Der Strand dort ist weder vor Wind noch Wetter, Sonne oder Schnee geschützt. Zwei Drittel der Menschen dort sind Kinder. Für sie gibt es keine reguläre Schule oder sonstige Bildungsmöglichkeit. Ärztliche und medizinische Versorgung ist Mangelware, Babys werden in nassen Zelten ohne Fachpersonal geboren. Weiterlesen