Nirgends so viele 450 Euro Jobs wie in Dachau

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Hans-Böckler-Stiftung des DGB¹ gibt es im gesamten Bundesgebiet nirgends so viele Menschen mit einem 450 Euro Job wie im Landkreis Dachau. Mit einem Anteil von 16% bewegt man sich an der Spitze, gefolgt vom Landkreis Fürstenfeldbruck mit 15%. Bei der Suche nach Gründen gehen die Meinungen bei so genannten Expert*innen auseinander, auch ob dies überhaupt ein Problem darstellen würde. Für Lohnabhängige liegen die Gründe klar auf der Hand. Wer zu wenig verdient um damit über die Runden zu kommen, versucht etwas dazu zu verdienen.

Mietwucher

Regelmäßig wird berichtet, dass die Mieten im „Speckgürtel“ von München eben auch bundesweit Spitze sind. In Karlsfeld sind sie 2019 und 2020 gar am höchsten. Dachau bewegt sich meist auf Platz fünf². Weiterlesen

Diskussion: Die Realität der Verleugnung und die Verleugnung der Realität

Übersetzung Dezember 2021 | Antithesi / Kognord

Dieser Text wurde im September 2021 auf Griechisch verfasst und veröffentlicht. Er war als polemische Intervention in einer Debatte über das Sars-CoV-2-Virus, die Maßnahmen und Instrumente zu seiner Bekämpfung und den Autoritarismus der griechischen Regierung gedacht. Auslöser war vor allem unser Erstaunen (und unsere Traurigkeit) darüber, dass viele unserer Genoss*innen und Freund*innen aus dem radikalen Milieu die Pandemie leugnen, während einige von ihnen langsam aber sicher in Verschwörungsdenken und schockierende Absurditäten abgleiten. Mit dem Text wollten wir daher nicht nur solche Irrationalitäten kritisieren und anprangern, sondern versuchen, die verschiedenen Gründe für einen solchen Rückschritt zu verstehen. Obwohl der Text also versucht, die Frage zu beantworten, was uns die Covid-Pandemie (und ihr Management) über den zeitgenössischen Kapitalismus und den Staat sagt, stellt er auch die schwierige Frage, was sie uns über die Subjekte der heutigen Zeit und die materiellen Bedingungen für kollektives Denken und Kämpfen sagt. Weiterlesen

Covid-19 und kein Ende

Mal ehrlich, man kann es nicht mehr hören. Täglich steigende Infektionszahlen, Krankenhauskapazitäten mindestens am Anschlag und eine stabile Masse an Menschen von 14-15 Millionen, die sich einer Impfung gegen den tödlichen Virus verweigern. Ein Ministerpräsident, der allen Ernstes behauptet, die Wissenschaft habe nicht vor einer neuen Welle gewarnt, Diskussionen über Impfpflicht, Einführung von 3G am Arbeitsplatz. Der Staat will erneute Lockdowns umschiffen, weil das Kapital darauf besteht. Nein, es geht nicht um die gesundheitliche Unversehrtheit aller Menschen, weder im Privaten und schon gar nicht in der Arbeit. Es geht um Unversehrtheit der Mehrwertabschöpfung durch unsere Arbeitskraft. Ob große produzierende Industrie oder Kleingewerbe, das Rad muss rollen, ansonsten kann Kapitalismus nicht funktionieren. Weiterlesen

09.10.21: Eröffnungsfeier für neuen selbstverwalteten Freiraum in München

Mit der A-Tram gibt es einen weiteren selbstverwalteten Freiraum in München. Am 09.10.21 findet die lang ersehnte Eröffnungsfeier statt.

Los geht’s ab 14:00 Uhr mit Kaffee und Kuchen, abends wird auch noch gekocht.

Adresse: Tumblingerstraße 45

„Die A-Tram ist ein selbstverwalteter Info- und Kulturladen im Schlachthof / Graffitipark München zwischen der Tumblingerstraße und der Thalkirchner Straße – in einer umgebauten Trambahn. Im Inforegal findet ihr Material zu antifaschistischen, antirassistischen, antisexistischen, subkulturellen (von Punk und Hiphop bis Streetart) und vielen weiteren politischen und kulturellen Themen unter anderem in Form von Zines und Büchern.“

24.07.21: Spendenflohmarkt für Geflüchtete auf Lesbos

24.07.21 | 10:00 Uhr | Brunngartenstr. 7 Dachau | Fight Fortress Europe

Infos über Abgabe von Artikeln für den Flohmarkt beim Freiraum Dachau

„Nach dem das Elendslager Moria letztes Jahr abgebrannt ist, machte sich die Hoffnung auf eine Besserung der Situation breit. Jedoch wurden die Zustände nur verlagert, aber in keinster Weise verbessert. Im neu aufgezogenen Lager Kara Tepe leben 6000 Menschen. Es gibt jedoch nur 8 Duschen. Regelmäßge Krätzeausbrüche sind die Folge. Das Camp liegt direkt am Meer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, welcher mit Kies aufgeschüttet wurde. Der Boden kann kaum Wasser aufnehmen, bei jedem Regen steht das Lager unter Wasser. Ob da noch alte Munition rumliegt kann auch kein Mensch sagen. Der Strand dort ist weder vor Wind noch Wetter, Sonne oder Schnee geschützt. Zwei Drittel der Menschen dort sind Kinder. Für sie gibt es keine reguläre Schule oder sonstige Bildungsmöglichkeit. Ärztliche und medizinische Versorgung ist Mangelware, Babys werden in nassen Zelten ohne Fachpersonal geboren. Weiterlesen

Dritte Welle, Lockdown, Unternehmensinteressen

Update: 24.3.21 Der Staat knickt vor den Interessen des Kapitals ein, Beschluss der „Ruhetage“ zurück genommen.

Nachdem vorgestern neue Lockdown Regelungen beschlossen wurden (1) stellt sich immer mehr die Frage nach der Sinnhaftigkeit staatlicher Maßnahmen, wem sie nutzen und wem sie rein gar nichts nutzen.

Ein paar Anregungen zur Diskussion in verdammt schwierigen Zeiten.

First of all: Eine dritte Welle war absehbar. Die Lockerungen vor zwei Wochen haben die Infektionslage beschleunigt. Zum ersten Mal wurden jetzt Ansätze eines wirtschaftlichen Lockdowns beschlossen. Bisher wurde versucht inhaltlich alles auf individuelles Verhalten zu beschränken, und das Leben an sich als Entfaltung in der Freizeit betrachtet, aber ausgeblendet, dass man früh morgens aus den beengten Wohnverhältnissen in voll besetzen Bussen und Bahnen zum unterbezahlten Arbeitsplatz ohne ausreichend Sicherheitsabstand gelangt. Weiterlesen

Scheinbesetzung in Salzburg: Die Häuser denen, die sie brauchen

In Salzburg gab es am 17.02.2021 eine weitere Scheinbesetzung. Leute nahmen ein   leerstehendes Haus an der starkbefahrenen Vogelweider-Straße kurzzeitig in Beschlag und gestalteten es öffentlichkeitswirksam um. Die Aktion richtet sich u.a. gegen die horrenden Mietpreise in der Stadt und gegen die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse im Allgemeinen. Solidarische Grüße gingen raus an die Dete in Bremen und die geräumte autonome Fabrik ROG in Ljubljana. Bildet Banden, squat the world!

Veröffentlicht bei https://mollysbg.noblogs.org/

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Shutdown in der Klassengesellschaft

Beitrag von solidarisch gegen corona  bezüglich der Debatte um ZeroCovid | veröffentlicht am 23.01.21 in Analyse & Kritik

Warum die Forderungen von ZeroCovid kein Lockdown von unten sind

Seit Beginn der Pandemie vor zwölf Monaten hat die deutsche Linke es weitgehend versäumt, eine eigenständige Position zur gesundheitlichen, ökonomischen und sozialen Krise zu entwickeln und politisch zu artikulieren. Einer libertären, rechtsoffenen Mischbewegung von »Corona-Skeptiker*innen« gelang es hingegen, die vakante Stelle der außerparlamentarischen Opposition zu besetzen. Sie konnte sich medial als einzige wahrnehmbare Alternative zum lagerübergreifenden Konsens in der Corona-Krise präsentieren, auch wenn der gesellschaftliche Zuspruch weitgehend ausblieb. In der entstehenden Polarisierung stellte sich die Linke unter antifaschistischen Vorzeichen an die Seite des herrschenden Zentrums und verteidigte das Krisenmanagement der Regierung als geringeres Übel gegen den Sozialdarwinismus der Rechten. Die Zufriedenheit mit der Regierungspolitik war zunächst hoch.

Zwar gelang es der Linken, Aufmerksamkeit für das harte Los benachteiligter Gruppen in der Pandemie zu wecken – Geflüchtete in Sammelunterkünften und migrantische Arbeiter*innen in der Lebensmittelindustrie –, aus diesen verstreuten Kritiken entstand jedoch keine Bewegung. Weiterlesen

Friss oder stirb: Eine schwarz-rote Vorweihnachtsgeschichte


„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ – heißt es bei Brecht. Nur leben wir im Kapitalismus und da heißt es: Erst kommt das Eigentum. Erfahren haben das zwei Olchingerinnen, die die Polizei 2018 beim Containern erwischte und die den so genannten Rechtsweg bis zu einer Verfassungsbeschwerde beschritten. Letztendlich bestätigte die oberste Instanz wenig verwunderlich die herrschenden Eigentumsverhältnisse.
Das heißt, wenn wie in diesem Fall ein Supermarkt Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können oder dürfen, in den Müll wirft, diese aber noch essbar sind, bleiben sie Eigentum des Supermarktes. Dir gehört dein Müll, auch wenn du dein Eigentum weg wirfst. Nehmen sich andere die Freiheit und sehen nach, ob das für sie und andere eventuell noch brauchbar bzw. essbar ist, begehen sie einen Diebstahl. Selbst wenn dem Supermarkt egal ist, was mit seinen weggeworfenen Sachen geschieht. Weiterlesen