Indonesien: vom Riot zum Aufstand?


Seit dem 25.08.25 gehen in Indonesien Zehntausende auf die Straße. Es begann als Protest gegen eine Erhöhung von Zulagen für Politiker*innen im Zeichen von weitgehender Armut in der Bevölkerung – es wurde zum gewaltigsten Aufstand, den der Inselstaat seit Erdenken erlebt hat. Dass neben der Erhöhung der Bezüge für Politiker*innen gleichzeitig Einsparungen im Gesundheitsbereich, Bildungswesen und öffentlichen Bauvorhaben vorgenommen werden sollten, brachte das Fass zum überlaufen.
Es knallt nicht nur in der Hauptstadt Jakarta, in den Provinzen Westjava, Zentraljava und Tenggara wurden Gebäude der Regionalregierung geplündert und abgefackelt. In der zweitgrößten Stadt Surabaya wurde das Polizeigebäude gestürmt (1). Die Regierung geht mit massiver Gewalt gegen die Riots vor. Es wurden Hunderte verhaftet, ABC Indonesia berichtet auch von Entführungen und spricht von mindestens sechst Getöteten (2).
Bereits am 29.08.25 erklären indonesische Anarchist*innen: „Basically anarchists control the narrative. People responding to the nationwide call to attack the police station and the police themselves. Attack the government and the mass-media lost control of the information and news.“ Weiterlesen

infocafe 02.09.25

02.09.2025 | 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

Das infocafe bietet Raum für gegenseitigen Austausch und kann als Anlaufpunkt genutzt werden, um sich zu vernetzen. Aktuelle Anlässe können ebenso wie von euch eingebrachte Themen diskutiert werden – oder ihr könnt einfach nur nach Feierabend chillen.

Es wird laufend aktuelles Infomaterial, Bücher, Zeitschriften und sonstiges brauchbares geben. Schaut vorbei.

Kraftvoller CSD trotzt reaktionären Entwicklungen


21.06.2025 – Mehr als 250 Teilnehmende demonstrierten am dritten Dachauer CSD für Selbstbestimmung und gegen seit einem Jahr enorm angestiegene queerfeindliche Tendenzen. Gerade in diesen Zeiten, in denen die LGBTQI+ Community Angriffen von konservativer bis neofaschistischer Seite ausgesetzt ist, stellte die Demo samt Straßenfest und anschließendem Konzert ein unmissverständliches, selbstbewusstes Zeichen dar – mit der Botschaft sich nicht einschüchtern zu lassen und verbaler wie körperlicher Gewalt entgegen zu treten. Weiterlesen

1. Mai-Versammlung wächst weiter

Knapp 100 Menschen beteiligten sich dieses Jahr an der antiautoritären 1. Mai-Versammlung am Weißenburger Platz. Wie im vergangenen Jahr luden der (Queer-)Feministische Streik München, das Solidarity Network Dachau und das Allgemeine Syndikat München der Basisgewerkschaft FAU dazu ein, Stimmen aus verschiedenen Betrieben an die Öffentlichkeit zu bringen.

Bei prächtigem Wetter und einem gut gelegenen Platz mit vielen Passant*innen ging es in Beiträgen aus den Bereichen Schule und Erziehung um prekarisierte Bildung und ungleiche Voraussetzungen für Kinder aus ärmeren Verhältnissen. Der Kapitalismus produziert und reproduziert soziale Ungleichheit. Die kommenden Jahre werden mit einer reaktionären neuen Regierung geprägt sein von Umwälzungen gegen uns lohnabhängig Beschäftigte. Arbeitszeitregelungen, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mindestlohn – CDU/CSU laufen sich gerade warm bis zur offiziellen Regierungsübergabe. Weiterlesen

Feminism Unstoppable: 8. März 2025 in München


Demonstration 08.03.25 | 14:00 Uhr | Rindermarkt München | muc0803.noblogs.org

Another world is possible!

Im Zuge des fortschreitenden gesellschaftlichen Rechtsrucks stehen feministische Errungenschaften weltweit unter Beschuss. Auch in Deutschland stehen die Zeichen seit einiger Zeit auf Regression.

Im vergangenen Jahr kam es im Durchschnitt alle drei Tage zu einem Femizid. Misogyne Gewalt – insbesondere in Partnerschaften und im häuslichen Umfeld – nimmt kontinuierlich zu. Doch nicht nur das eigene Zuhause ist eine potentielle Gefahr: Sexualisierte Gewalt gehört immer noch zum Alltag, normalisiert und gepusht nicht nur von selbsternannten Pick-up-Artists und Männerrechtsaktivisten. Besonders häufig sind Frauen mit Behinderung von Gewalt betroffen, im Durchschnitt 2-3 Mal so oft.

Parallel dazu gewinnen traditionelle Geschlechterrollen und Familienbilder im Zuge rechter und konservativer Kulturkämpfe wieder an Bedeutung. In den reaktionären Sehnsüchten nach einer klaren Hierarchie der Geschlechter und einer vermeintlich natürlichen Ordnung stellen einen gleichermaßen falschen wie auch einfachen Umgang mit den Zumutungen und den Komplxitäten des Kapitalismus dar. Weiterlesen

Demonstration gegen Kapitalismus & Krise in Dachau


Am Samstag, den 23.11.24, demonstrierten 60 Menschen durch Dachau, um gegen Mietwucher, Sozialabbau und soziale Ausgrenzung Stellung zu beziehen und für die Überwindung des kapitalistischen Systems als Ganzes einzutreten. Unter dem Motto „Reclaim the City – Alles für Alle – die Krise heißt Kapitalismus“ stand die Demonstration darüber hinaus für einen bedingungslosen Antifaschismus ohne Wenn und Aber.

Bereits vor dem Auftakt am Dachauer Bahnhof zeigte sich ein völlig überzogenes Polizeiaufgebot, das Stunden vor der Demo mit mehreren Wannen im Konvoi durch Dachau und mehrmals am selbstverwalteten Zentrum Freiraum auf und ab fuhr. Vor dem Start wurde in zwei Redebeiträgen darauf aufmerksam gemacht, was es in Dachau bedeutet, wenn am Ende des Monats das Geld knapp wird, man sich die hohen Mieten nicht leisten kann – man andererseits durch Politik und Unternehmen zu noch mehr Leistung und Verzicht aufgefordert wird. Weiterlesen

23.11.2024+++Demonstration in Dachau+++ Reclaim The City – Alles für Alle – Die Krise heißt Kapitalismus


Samstag 23.11.24 | 16:30 Uhr | Auftakt Bahnhof Dachau | Aufruf & Updates unter alles-fuer-alle.net

Das Wort Krise fällt regelmäßig bei der Beschreibung von Zuständen der jetzigen Zeit – Halbleiter-Krise, Corona Krise, Krise der Automobilindustrie, Wohnungsbaukrise, Konjunktur-Krise. Die Auswirkungen betreffen die gesamte Gesellschaft, bedingt durch politische Entscheidungen. Statt einer Umverteilung des vorhandenen Reichtums werden Sozialabbau und Ausgrenzung ins Spiel gebracht. Eine große Koalition fast aller Parteien versucht mit ihrem aktuellen migrationsfeindlichen Abschottungskurs eben diese Stimmungen in der Bevölkerung aufzugreifen, während Teile der Gesellschaft sich reaktionären autoritären oder neofaschistischen Heilsversprechen zuwenden.

Krise des gesamten kapitalistischen Systems
Ein kapitalistisches System, also ein System, das auf sozialer Ungleichheit basiert, wälzt die Lösungen für die Krisen in der Regel einseitig ab. Und zwar auf die Menschen, die das System tragen durch ihre Lohnarbeit. Lösen sollen es die, die weit weniger haben als die Entscheider*innen in den politischen und wirtschaftlichen Machtpositionen. Die Folgen sind u.a. steigende Mieten, Verteuerung von Lebensmitteln, Stellenabbau in den großen Industrien. Um davon abzulenken, dass der Kapitalismus selbst die Krisen hervorbringt, werden einzelne Personengruppen stigmatisiert und als Sündenböcke ausgewählt. Bei der Suche nach Schuldigen wird von Unternehmen und Politik öffentlich wirksam nach unten getreten: Forderung nach Senkung des Bürgergeldes („Faule“), gegen Migration („Fremde“), gegen Minderheiten (LGBTQI+).
30 Jahre Neoliberalismus haben zu gesellschaftlicher Entsolidarisierung, Abbau sozialer Garantien und Vereinzelung mit fatalen Zügen geführt. Es stärkt Ideologien, die eine vermeintlich alte Stärke (Konservative) oder neue alte Stärke samt ethnischer Homogenität (Faschismus) propagieren. Dies gilt es zu stoppen – und nicht nur das. Wir müssen den Spieß umdrehen – jetzt! Für etwas Besseres für alle, für ein ganz anderes Ganzes. Weiterlesen

15.06.24 Fight with Pride! CSD in Dachau

15.06.24 | Max-Mannheimer-Platz | 15:00 Uhr Start Demonstration | ab 12:00 Uhr Straßenfest


„Eine Gesellschafts-und Bildungspolitik, die Gender-Ideologie und Frühsexualisierung folgt, lehnen wir ab“ und „Frühsexualisierung verhindern“. Welcher dieser Sätze aus dem CSU Grundsatzprogramm 2020 und welches von der Münchner AfD Stadtratsfraktion 2023 stammt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Eine antiqueere Haltung liegt Konservativen wie Neofaschist*innen zugrunde und bildet die geistige Grundlage für eine jährlich zunehmende Gewalt gegen LGBTQ+ Personen. In rhetorischer Aggressivität nehmen sich die Protagonist*innen nicht viel. Beatrix von Storch (AfD) sah vor 10 Jahren schon, dass „das Gift der Genderideologie nicht mehr tröpfchenweise“ daher komme, sondern „in einer Klarheit und Gewalt“, welche Widerstand zur Pflicht mache (queer.de 03.04.2014). Weiterlesen

infocafe 04.06.24: Feierabend & Eindrücke aus Carrara

Non abbandonare la Citta „Wir werden die Stadt nicht verlassen“

offen ab 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

Wir bringen euch Eindrücke aus der weltberühmten Marmorstadt Carrara mit, die ebenfalls Zentrum anarchistischen Widerstandes in Italien war – vor allem auch während des 2. Weltkriegs. Der Friedhof Turigliano beherbergt die Gräber einiger bekannter Anarchist:innen, und das Denkmal an der Piazza Gramsci erinnert an den Gewerkschafter Alberto Meschi.

Mehr Infos zur Geschichte der Stadt findet ihr unter resistenza.de: Carrara – Marmorstadt und Zentrum des anarchistischen Widerstands Weiterlesen

Bericht zum 1. Mai in München

Original veröffentlicht bei der FAU München 08.05.2024


»Arbeiten und die Klappe halten. Das hätten Chefs gern«. Dies stand am Anfang des gemeinsamen 1. Mai-Aufrufs antiautoritärer Münchner Gruppen und Organisationen. Beides war am diesjährigen 1. Mai 2024 aber nicht der Fall. Zur Kundgebung am Rotkreuzplatz, die vom Allgemeinen Syndikat München der FAU, dem (Queer)Feministischen Streik München, dem Solidarity Network Dachau sowie dem Infoladen A-Tram organisiert wurde, kamen deutlich mehr Menschen als in den Jahren zuvor. Das kann nicht nur am schönen Wetter gelegen haben. In den betrieblichen Beiträgen wurde den über 80 Teilnehmenden berichtet, dass Klassenkampf täglich stattfindet und Arbeiter*innen ihre Interessen – für Außenstehende bisweilen unbemerkt – durchzusetzen versuchen. Weiterlesen