Chronik 2020 zu rechten Vorfällen und Aktivitäten in Dachau und Umgebung

Januar

In der ersten Januarwoche werden in der Schleißheimer Straße zwischen Theodor-Heuss-Straße und den Seeber Hallen Sticker der neofaschistischen „Identitären Bewegung“ (IB) geklebt. (Quelle: Antifa)

Am 14. Januar findet eine erneute Mitgliederversammlung des AfD Kreisverband Dachau zur Aufstellung der Kandidat*innen für die Wahl zum Kreistag statt. Der Ort der Versammlung wird nicht öffentlich bekannt gegeben. (Quelle: Antifa)

In der zweiten Januarwoche werden am Bahnhof Erdweg Parolen wie „Hitler war der Beste“, „ AFD for ever“ (Schreibweise im Original), „SA“, „Sieg Heil“, „Antifa alles Hurensöhne“ geschmiert, sowie Aufkleber des aufgelösten ostdeutschen Neonazi-Netzwerks „Freies Netz“ und Motive mit der Aufschrift „Refugees not welcome“ verklebt. (Quelle: Antifa) Weiterlesen

Chronik 2019 zu rechten Vorfällen und Aktivitäten in Dachau und Umgebung

Januar

Wie in den beiden vorherigen Monaten tauchen Anfang Januar in der Frühlingstraße und am Dachauer Bahnhof Aufkleber der völkisch rassistischen „Identitären Bewegung“ (IB) auf. (Quelle: Antifa)

Am 8. Januar befindet sich ein gesprühtes Hakenkreuz auf einer privaten Mülltonne in der Grubenstraße. (Quelle: Antifa)

Einzelne Aufkleber der „Identitären Bewegung“ am Widerstandsplatz in der Dachauer Altstadt mit der Aufschrift „Remigration, Illegale und Islamisten nach Hause schicken“, sowie „Heimatliebe ist kein Verbrechen“. Der Widerstandsplatz erinnert an den antifaschistischen Dachauer Aufstand vom 28. April 1945. (Quelle: Antifa)

In der Nacht vom 14. auf den 15. Januar werden Plakate der neofaschistischen „Identitären Bewegung“ (IB) an das SPD Büro in Fürstenfeldbruck mit der Aufschrift „Gewalt von links ignoriert, geleugnet, verharmlost“ geklebt. Die IB beklagt in einem zu der Tat bekennenden Beitrag auf ihrer Homepage, dass „offene Gewalt linksextremer Kräfte gegen Patrioten“ zunehmend „zum Alltag“ werde. Unterstützung würde aus Schreibstuben (gemeint sind Journalist_innen) und Parteibüros kommen. Daher hätten sie das SPD Büro „als symbolischen Tatort“ „markiert“. (Quelle: Antifa)

Am 15. Januar tauchen Aufkleber der „Alternative für Deutschland“ (AfD) mit der Aufschrift „Migrationspakt stoppen“ im Dachauer Stadtteil Etzenhausen auf. (Quelle: Antifa) Weiterlesen

Chronik rechter Aktivitäten 2018 in Dachau und Umgebung

Januar

Am 14. Januar nehmen drei Künstler an einer englischsprachigen Führung durch die KZ Gedenkstätte teil. Der Guide bewertet die Grenzschließung der Schweiz im zweiten Weltkrieg als positiv und vergleicht dies mit der heutigen Situation. Er fordert die Grenzschließung Deutschlands und warnt vor einer „Übervölkerung“ durch „Ausländer“. (Quelle: Antifa)

Nach einer Meldung der Presse vom 15. Januar verliert Florian Jäger (Olching) den Bezirksvorsitz der AfD Oberbayern an Franz Bergmüller (Feldkirchen-Westerham). Anfang 2016 wurde in Bergmüllers „Landgasthof Bergmüller“ die „Ortsgruppe Mangfalltal“ der völkisch rassistischen „Identitären Bewegung“ gegründet. (Quelle: SZ Bayern, Antifa)

Am 20. Januar gibt die völkisch rassistische „Identitäre Bewegung“ (IB) per Facebook bekannt, am Vortag in Fürstenfeldbruck eine Ortsgruppe gegründet zu haben. Geleitet wird das als Gründungsstammtisch deklarierte Treffen vom IB Regionalleiter Philipp Mosig (München). Neben dem Ortsgruppenleiter der IB Mangfalltal Florian Sch. (Feldkirchen-Westerham) nehmen auch weitere externe Aktivist_innen aus Bayern teil. Die Veranstaltung findet in Räumlichkeiten des TuS Fürstenfeldbruck statt. (Quelle: Antifa) Weiterlesen

Chronik 2017 zu rechten und rassistischen Vorfällen in Dachau und Umgebung

Januar

Am 14. Januar wird in der Frühlingsstraße auf ein geparktes Auto mit polnischem Kennzeichen ein Hakenkreuz auf die schneebedeckte Motorhaube gemalt. (Quelle: Antifa)

Der Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck der „Alternative für Deutschland“ (AfD) hält am 16. Januar in Maisach einen Stammtisch ab. Geladen ist der Kreisvorsitzende Nürnberg/Schwabach und jetzige bayerische Landeschef Martin Sichert. Er referiert über das Thema „Soziale Alternative – wie wir unseren Sozialstaat erhalten“. Erst wenige Tage davor wird bekannt gegeben, dass die Veranstaltung im Bräustüberl Maisach stattfindet. Sichert steht, wie die Kreisvorsitzende Linda Amon (Germering) und Aushängeschild Florian Jäger (Olching) der innerparteilichen völkischen Strömung „Der Flügel“ nahe. Ebenfalls anwesend ist der „Flügel“ Mann Thomas Thiel (Würzburg), sowie Wilfried Biedermann (AfD München-Ost) und Bernhard Ziemniok (AfD München-West). (Quelle: Antifa)

Die Dachauer AfD hält am 26. Januar einen Stammtisch im Augustenfelder Hof in der Schleißheimer Straße ab. Es wird nicht in sozialen Netzwerken geworben. (Quelle: Antifa)

Die rassistische Kleinstgruppierung „Der Schild“ um den ehemaligen Dortmunder Neonazi-Aktivisten und verurteilten Schläger Lukas Bals bekennt sich dazu, in der Nacht des 26. Januar auf dem Schulhof des Ignaz Taschner Gymnasiums an der Schleißheimer Straße Papierschnipsel mit der Aufschrift „Islamisierung tötet“ verteilt zu haben. Auf Facebook veröffentlicht „Der Schild“ ein unscharfes Foto mit den am nassen Boden liegenden Schnipseln. Begründet wird die Aktion damit, dass das Taschner Gymnasium Geld für Flüchtlingsklassen gespendet hat und den Titel „Schule mit Courage gegen Rassismus“ trägt. Man gehe gegen „Multikulti Indoktrinierung“ vor. Am selben Abend findet im 100 Meter weiter gelegenen Augustenfelder Hof ein AfD Stammtisch statt. Der Dachauer AfD Ortsvorsitzende Markus Kellerer setzt unmittelbar nach Veröffentlichung sein „like“ unter das Facebook-Bekennerschreiben. Lukas Bals folgt Kellerer daraufhin auf seinem anonymen Twitter Profil. Lukas Bals wurde 2014 in Dortmund als Mitglied der Neonazi-Partei „Die Rechte“ verurteilt, da er nachweislich an einem Übergriff von Neonazis auf eine Wahlparty im Dortmunder Rathaus beteiligt war. Er zog später nach München und bewegt sich seitdem in AfD Kreisen. (Quelle: Antifa) Weiterlesen

Chronik 2016 zu rechten und rassistischen Vorfällen in Dachau und Umgebung

Januar

In der Nacht von 5. auf 6. Januar kratzen zwei junge Männer an der Amper Brücke Richtung dem selbstverwalteten JUZ Freiraum Antifa Aufkleber ab. Eine Gruppe von Freiraum Gästen erwischt sie dabei und stellt sie zur Rede. Die beiden beteuern nicht rechts zu sein, verstricken sich aber in widersprüchliche Aussagen. Die beiden wollen sich entfernen, werden daraufhin von der Gruppe verfolgt. Einer der Verfolgten ruft die Polizei, welche beide Gruppen trennt. (Quelle: Antifa)

Auf einer Kundgebung der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) am 6. Januar in Kreuth am Tegernsee hält der ehemalige Kreisvorsitzende Dachau-Fürstenfeldbruck und jetzige oberbayerische Bezirksvorsitzende Florian Jäger (Olching) eine Rede. Die Kundgebung soll die dort tagende CSU provozieren. Die AfD fordert eine rigidere gegen Flüchtlinge gerichtete Politik. (Quelle: Antifa)

Mitglieder des AfD Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck besuchen eine Begehung der neuen Flüchtlingsunterkunft im Bergkirchner Gewerbegebiet GADA. In einem auf ihrer Facebook Seite veröffentlichten Artikel vom 7. Januar erwähnen sie technische Details der Traglufthalle. Es fallen die Worte Schleuse und Druckluft. Daraufhin kommentiert eine Userin „Schleuse, Druckluft, da wüsst ich noch was“ und spielt damit auf eine Vergasung an. Statt den Kommentar zu löschen oder die Userin zu maßregeln steigt der Administrator belustigt darauf ein und antwortet „Taucherkrankheit behandeln?“. (Quelle: Antifa)

Am 11. Januar werden in der Augustenfelderstraße in Dachau Aufkleber der Neonazi Partei „Der Dritte Weg“ verklebt. Im Stadtteil Augustenfeld plant das Landratsamt eine Traglufthalle, die als Massenunterkunft für Geflüchtete dienen soll. Die Aufkleber tragen die Aufschrift „Asylflut stoppen“ und „Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft“. (Quelle: Antifa) Weiterlesen

Chronik 2015 zu rechten Aktivitäten und rassistischen Vorfällen in Dachau und Landkreis

Januar

Am 12. Januar findet in München der erste „Bagida“-Aufmarsch („Bayern gegen die Islamisierung des Abendlandes“) statt. Mit einer Beteiligung von 1500 Leuten ist es der größte rechte Aufmarsch in München seit der Neonazi-Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung 1997. Unter den Teilnehmenden befinden sich neben Akteur_innen aus sämtlichen Schattierungen der extremen Rechten insgesamt an die 200 Personen aus dem Neonazispektrum, darunter eine geschlossene Gruppe von 70-80 Neonazis der Partei „Der Dritte Weg“ (ehemals „Freies Netz Süd“). Die Gruppe versucht, als sie nach der Demonstration von der Polizei vom Stachus Richtung Hauptbahnhof wegeskortiert werden, Gegendemonstrant_innen anzugreifen. Mit dabei in der Gruppe ist der aus Arnbach im Landkreis Dachau stammende Christian L.. Im Untergeschoss des Hauptbahnhofs gelingt ihnen der Durchbruch durch ein Polizeispalier. Sie schlagen auf Gegendemonstrant_innen und unbeteiligte Passant_innen ein. (Quelle: Antifa)

Februar

Die Neonazis der Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ führen am 28. Februar eine Kundgebung mit 25-30 Personen in München-Giesing unter dem Motto „Stoppt den Völkermord an uns Deutschen“ durch. An der Veranstaltung beteiligen sich Christian L. (Arnbach) und Stefan S. (Puchheim). Letzterer hält eine Fahne des „Dritten Weg“. Außerdem auch Simon H. (Petershausen), der mit Sina K. (Freising) ein Transparent des „Dritten Weg“ hält. H. war im November vergangenen Jahres als dilettantischer Spitzel der Neonazis in der antifaschistischen Linken aufgeflogen (siehe hier und hier). (Quelle: Antifa) Weiterlesen

Chronik 2014 zu rechten und rassistischen Vorfällen in Dachau und Landkreis

Januar

In einem Interview mit der Dachauer SZ vom 14. Januar verteidigt die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt ausdrücklich ein von ihr verfasstes Papier, das Flüchtlingen aus Rumänien und Bulgarien pauschal unterstellt, Sozialleistungen zu missbrauchen. In der Wortwahl der CSU werden Flüchtlinge als „Armutsflüchtlinge“ bezeichnet. Die CSU fordert, diese abzuschieben. Hasselfeldt, die für den Wahlkreis Dachau/Fürstenfeldbruck in den Bundestag gewählt wurde, weist Kritik, dass die Debatte rassistische Ressentiments bediene, zurück. Sie meint dazu, dass „manchmal Zuspitzung nötig“ sei. Die Tatsache, dass am 8. Januar in Germering (Landkreis Fürstenfeldbruck) ein Brandanschlag auf die dortige Flüchtlingsunterkunft verübt wurde, findet in ihren Aussagen keine Erwähnung. (Quelle: Dachauer SZ)

Im Januar tobt innerhalb der Dachauer SPD ein Machtkampf. Stadtrat Horst Ullman putschte im April 2013 mit Unterstützung von „SPD Senioren“ seinen favorisierten Bürgermeisterkandidaten durch. Der Eschenrieder Bernhard Schäfer.Schäfer ist SPD Neumitglied. Er war zuvor Gründungsmitglied und Schatzmeister des Kreisverband Dachau/Fürstenfeldbruck der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD). Zum Jahreswechsel putscht die zuvor besiegte Seite ihrerseits, und gewinnt in einer Kampfabstimmung. Ullmann tritt aus der SPD aus. Die Rolle eines Ex-Mitglieds der rechtspopulistischen AfD in einer sozialdemokratischen Partei kommt in der Öffentlichkeit nicht zur Sprache. (Quelle: Dachauer SZ)

Februar

Anfang Februar ist die Neonazi-Aktivistin Vanessa Becker, zusammen mit fünf weiteren Personen, Gast im „Muddy Boot“, dem Irish Pub in der Dachauer Altstadt. Vor der Tür versucht sie Gäste politisch zu agitieren. Diese können sich verbal gut zur Wehr setzen. Während der Debatte vor der Tür kommen zwei Männer, die dem Aussehen nach offenkundig der Neonazi-Szene zugerechnet werden können, auf Becker zu und grüßen sie mit dem Hitlergruß. Vanessa Becker ist Mitglied der „Kameradschaft München“ im „Freien Netz Süd“ und Kandidatin der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ für die Stadtratswahlen in München. Zudem ist sie zu diesem Zeitpunkt, zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern der „Kameradschaft München“, Bewohnerin der Neonazi WG in Obermenzing. (Quelle: Antifa)

In der Nacht vom 11. auf den 12. Februar wird das selbstverwaltete JUZ Freiraum in der Brunngartenstraße erneut Ziel einer neonazistischen Attacke. Die Außenfassade wird mit Hakenkreuzen, SS Runen, sowie Neonazi Parolen besprüht: „Judenschweine”, „Anti Antifa”, „Wir kriegen euch alle” und „NSU“. Die Dachauer Polizei erlaubt den Betreiber_innen des Freiraums erst 48 Stunden später die Parolen zu entfernen. Erst dann bestätigt sie Fotos gemacht zu haben. Der Freiraum wendet sich an die Öffentlichkeit, aber es kommen, mit Ausnahme der Dachauer Jusos, vorerst keine Solidaritätsbekundungen. Die Berichterstattung in den Medien ist aber derart breit, dass der Vorfall schnell größere Kreise zieht. Sogar internationale Medien, bspw. in Chile, berichten über den Vorfall. Siehe Beitrag hier mit vielen Links zu Presseberichten. (Quelle: Antifa) Weiterlesen

Chronik 2013

Januar

Im Januar fällt in den Schrebergärten am Dachauer Bahnhof ein an Briefkästen gesprühtes Hakenkreuz auf. (Quelle: Antifa)

Am 21. Januar stellt das Dachauer Gericht ein Verfahren gegen 4 Jugendliche ein. Der als „Rädelsführer“ Angeklagte wird frei gesprochen. Ein 50 jähriger Hausbesitzer aus Dachau Süd fühlte sich durch die 15- bis 16 jährigen vor seinem Haus provoziert, worauf er sie als „Kanaken“ beschimpfte und wegen Ruhestörung anzeigte. (Quelle: Dachauer SZ)

Februar

Anfang Februar wird ein zur Tatzeit in Vierkirchen wohnhafter Neonazi vom Amtsgericht Dachau zu sechs Monaten auf Bewährung und 1200 Euro Geldstrafe verurteilt. Der zu diesem Zeitpunkt 31 jährige hatte auf seinem Facebook-Profil ein Bild mit Reichsadler und Hakenkreuz gepostet. Vor Gericht macht er aus seiner Gesinnung keinen Hehl: Er fühle sich der rechten Szene zugehörig und pflege Kontakt zu einer „rechten Kameradschaft“. Der gelernte Metzger ist diesbezüglich mit elf Einträgen im Bundesstrafregister eindeutig vorbestraft. Allerdings würde der jetzige Vorwurf nicht gegen laufende Bewährungsauflagen verstoßen. (Quelle: Dachauer SZ)

Am 16. Februar diskutieren im bayerischen Landtag Vertreter_innen von migrantischen Sportverbänden mit Wissenschaftler_innen über deren Probleme. Dabei spricht Georgis Andeadis, technischer Leiter bei AEG Dachau an, dass sie als griechischer Verein regelmäßig rassistisch Beleidigt werden. Sie würden beispielsweise mit Kastanien beworfen. Auch zeigen Zuschauer_innen den Hitlergruß. Wenn er sich darüber bei Schiedsrichtern beschwere, entgegnen die, sie könnten dagegen nichts machen. (Quelle: SZ München)

Als am 20. Februar der tschechische Ministerpräsident Petr Necas der bayerischen Staatsregierung einen Besuch abstattet, protestieren Mitglieder der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ (SL) dagegen. Necas besucht auch die KZ Gedenkstätte Dachau. SL-Aktivist_innen um den stellvertretenden Vorsitzenden der SL-Bayern, Johann Slezak aus München wollen mit einer Kundgebung an der KZ Gedenkstätte gegen ihre Vertreibung in Folge der Naziverbrechen protestieren. Slezak, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender des rechten revanchistischen „Witikobunds“ ist, lässt sich aber von anderen SL-Funktionären überreden die Kundgebung nicht durchzuführen. Stattdessen protestieren sie u.a. am Max-Josephs-Platz in München. (Quelle: Dachauer SZ, AIDA Chronologie Februar 2013)

April

Anfang April werden am Bahnhof in Röhrmoos zwei Dutzend Aufkleber des bayerischen Kameradschaftsdachverbands „Freies Netz Süd“ (FNS) verklebt. (Quelle: Antifa)

In der Woche vor Ostern, 29.März bis 1. April, will das „Freie Netz Süd“ (FNS) in Petershausen Flyer für den Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai in Würzburg verteilt haben. Das schreiben sie in einem Artikel vom 3. April auf ihrer Homepage. Am Bahnhof in Petershausen sind drei Aufkleber des FNS mit dem Werbeslogan zum 1. Mai hinterlassen worden. (Quelle: Antifa)

Ebenfalls werden Anfang April in der Pollnstraße in Dachau 30 Aufkleber der NPD-Jugendorganisation JN („Junge Nationaldemokraten“) und der im FNS aufgegangenen Kameradschaft „Nationale Solidarität Bayern“ (NSB) verklebt. (Quelle: Antifa)

Als am 13. April in München eine antifaschistische Demonstration anlässlich des NSU Prozesses stattfindet, versucht auf der Höhe Hauptbahnhof eine Frau am Rande der Demonstration die Teilnehmer_innen zu provozieren, indem sie schreiend eine Deutschlandfahne hochhält. Sie wird von der Polizei rasch entfernt. Wenige Stunden zuvor wurde die selbe Frau am Dachauer Bahnhof gesichtet, wo sie sich mit Freunden traf. (Quelle: Antifa)

In der zweiten Aprilwoche werden im City Bus Hakenkreuze und 88 auf Sitze geschmiert. (Quelle: Antifa)

Ende April werden im Museum der KZ Gedenkstätte Dachau jüdische Gedenktafeln geschändet. An drei Gedenktafeln für die Opfer der Shoah werden Davidsterne zerkratzt oder abgerissen. Während der Präsident des Internationalen Dachau Komitees (CID) Pieter Dietz de Loos den Vorfall als einen „Beweis mehr für den abscheulichen Antisemitismus“ bezeichnet, hält es die Polizei für „unwahrscheinlich“, dass die Tat einen antisemitischen Hintergrund haben könnte. Es könne sich bei dem Täter auch um einen „Souvenirjäger oder Schüler“ handeln. (Quelle: Dachauer SZ) Weiterlesen

Chronik 2012

Januar

Ein 29 Jähriger aus Langenbach, Landkreis Freising, zeigt am Neujahrstag in der KZ Gedenkstätte den Hitlergruß. Im April wird er dafür verurteilt. Siehe April (Quelle: Dachauer SZ)

Am 8. Januar werden am Dachauer Bahnhof der Bereich um die Fahrkartenautomaten und der Zugang zum Vorplatz mit 40 Aufklebern der NPD-Jugendorganisation JN („Junge Nationaldemokraten“) und der aufgelösten Kameradschaft „Freie Nationalisten München“ (FNM) beklebt. Reste der FNM sind mittlerweile in der „Kameradschaft München“ bzw. der „Kameradschaft München-Nord“ aktiv. (Quelle: Antifa)

Am 24. Januar tauchen 20 bis 25 der selben Aufkleber in der S2 Richtung Erding auf. (Quelle: Antifa)

Im Januar wird am Bacherner Bahnhof ein 20 cm großes Hakenkreuz in das Wartehäuschen geritzt. (Quelle: Antifa)

Februar

Der erste Aufkleber des bayerischen Kameradschaftsdachverbands „Freies Netz Süd“ taucht am 5. Februar an der Rückseite des Dachauer Bahnhofs auf. Die Aufschrift lautet „Deutschland über alles“. (Quelle: Antifa)

Die Lokalpresse berichtet am 9. Februar, dass zwei Dachauer aus dem Spektrum der extremen Rechten, wegen gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen von jeweils 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt worden sind. Sie geben vor Gericht zu, am 20.10.2009 im Lokal „Wahnsinn“ in der Sudetenlandstraße einen Barkeeper geschlagen, getreten und mit Gläsern und Flaschen beworfen, sowie ihm einen Maßkrug auf den Kopf geschlagen zu haben. Dabei wurde dieser schwer verletzt. Im Oktober 2010 wurden sie bereits in erster Instanz zu drei Jahren Haft verurteilt. Sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft gingen danach in Berufung.
Die beiden 24 und 27 Jahre alten Männer gehörten zum Dachauer Ableger der „Bootboys Crew München“, einem Fankreis der aufgelösten Münchner Rechtsrock-Band „Stiefeljungs“. Die mittlerweile nicht mehr unter dem Namen auftretenden „Bootboys“ sind ein politisch nicht aktiver, subkulturell geprägter Zusammenschluss von (ex)Boneheads mit engen Verflechtungen in die rechte Hooligan-Szene (z.B. den „Outsiders“ bei 1860) und Kontakten in die Neonazi-Szene. (Quelle: Dachauer SZ, Antifa) Weiterlesen

Chronik 2011

Im Januar tauchen auf der Rückseite des Sparkassenplatz Dachau mittels Schablone gesprühte neonazistische Motive mit den Slogans „NS jetzt“ sowie „Smash Antifa“ und Aufkleber auf. (Quelle: Antifa)

Einen Tag nach einer Veranstaltung im Büro des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Güll am 23. Januar in Markt Indersdorf mit Max Mannheimer, dem Vorsitzenden der Lagergemeinschaft Dachau, erhält Güll eine Postkarte mit antisemitischem Inhalt. Der Auschwitz Überlebende Mannheimer wird darin als „kerngesunder KZ Urlauber“ bezeichnet. (Quelle: Dachauer SZ)

Im Februar werden mehrmals SS Runen an der Bushaltestelle am Klagenfurter Platz in Dachau Süd geschmiert. (Quelle: Antifa)

Am Sparkassenplatz wird ebenfalls mit Filzstift „Anti Antifa“ und „Nationaler Widerstand“ geschmiert. (Quelle: Antifa)

Ebenfalls im Februar hält ein Beamter des Verfassungsschutz einen Vortrag über Extremismus vor Schüler_innen in der Hauptschule Dachau Süd. Gemäß der aktuellen Extremismus Konstruktion staatlicher Stellen wird Rechtsextremismus mit Antifaschismus gleichgesetzt. (Quelle: Dachauer SZ)

Anfang März tauchen an der Amper von den Stadtwerken bis zur Brucker Straße Aufkleber der JN, „Kameradschaft Miesbach“ und „widerstand.info“ auf. (Quelle: Antifa)

In der Nacht auf den 16. April wird das selbstverwaltete JUZ Freiraum mit 30 bis 40, hastig angebrachten, neonazistischen Stickern des „Freien Netz“ aus Sachsen, Thüringen beklebt und Plakate mit antifaschistischem Inhalt abgerissen. Auch auf dem Weg zum Gebäude des Roten Kreuzes fanden sich die selben Aufkleber. (Quelle: Antifa)

Am nächsten Tag werden erneut 10 bis 15 der selben Aufkleber am Freiraum angebracht. (Quelle: Antifa)

In der zweiten Aprilwoche wird an einem abgelegenen Stromkasten in der Kufsteinerstraße mit Schablone „Frei Sozial National“ und „Smash Antifa“ gesprüht, sowie Sticker von „widerstand.info“ verklebt. (Quelle: Antifa)

Im selben Zeitraum wird im Bushäuschen in der Rothschwaige ein Hakenkreuz gesprüht. (Quelle: Antifa)

Am Abend des 26. April wird ein Jugendlicher am Sparkassenplatz Dachau von zwei Vermummten gezielt angegriffen und durch Faustschläge verletzt. Einer der Angreifer trug ein T-Shirt der Neonaziband „Stahlgewitter“. Einen Tag zuvor fand am Münchner Marienplatz eine Kundgebung des neonazistischen „Freien Netz Süd“ statt. (Quelle: Antifa)

Beim 1. Mai Aufmarsch des „Freien Netz Süd“ (FNS) in Heilbronn läuft Andreas H. (Dachau) im Block der „Kameradschaft München“. Er hält eines der beiden Frontransparente mit der Aufschrift „Die Lüge lebt vom Schweigen, Freies Netz Süd, Kameradschaft München“. (Quelle: Antifa)

In der Kneipe „Treff 19“ in der Schleißheimerstraße sind am Abend des 8. Mai 5 Rechte anwesend. (Quelle: Antifa)

Am 18. Mai wird ein 20 jähriger Dachauer zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen á 35 Euro verurteilt. Er hatte auf der Dachauer Polizeiwache Anzeige erstatten wollen, wurde aber nach Hause geschickt, da er stark alkoholisiert war. Daraufhin rief er mehrmals „Heil Hitler“ (Quelle: Dachauer SZ)

Ende Mai tauchen vereinzelte Aufkleber der NPD-Jugendorganisation JN in und um die Frühlingsstraße auf. (Quelle: Antifa)

In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli kommt es zu einem versuchten Brandanschlag auf das JUZ Freiraum. Zwei Mülltonnen wurden an eine Tür gestellt und, vermutlich mit Brandbeschleuniger, in Brand gesteckt. Da es sich um eine Brandschutztür handelte entstand nur geringer Sachschaden. Ein eindeutiger Hinweis auf einen rechten Hintergrund fand sich nicht. Allerdings fand dort zwei Wochen zuvor ein Straßenfest gegen Ausgrenzung und Rassismus statt. Desweiteren wurde sich der Freiraum gezielt ausgesucht. Ein Ort, der für Basisdemokratie steht und sich gegen Rassismus engagiert. Das dürfte durchaus einige Rückschlüsse auf das Weltbild der Täter_innen zulassen. (Quelle: Antifa)

Am 6. September werden am Freiraum ca. 23 Aufkleber der bereits nicht mehr existenten Münchner Kameradschaften „Nationale Solidarität Bayern“, „Freie Nationalisten München“ und des „Freien Netz“ sowie der JN hastig verklebt. (Quelle: Antifa)

Anfang Oktober wird ein zur Tatzeit in Dachau wohnender 20jähriger vom Amtsgericht Dachau zu 900 Euro Geldstrafe wegen Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole verurteilt. Er lief auf dem Karlsfelder Siedlerfest mit aufgekrempelter Hose an einer Polizeistreife vorbei. Diese bemerkte auf seiner Wade eine tätowierte Lebensrune. Vor Gericht beteuerte der mittlerweile in Karlsfeld wohnhafte nichts mehr mit der rechten Szene zu tun zu haben. Dagegen spricht die Tatsache, dass er erst sechs Wochen vor dem Vorfall zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er in der Dachauer Polizeiinspektion „Heil Hitler“ gerufen hatte. Zudem beteuerte der vermeintliche Ausgestiegene er habe sich bevor er sich das Tattoo habe stechen lassen beim neonazistischen „Deutschen Rechtsbüro“ über die rechtliche Situation bezüglich der Rune erkundigt. (Quelle: Dachauer SZ)

Am 18. November meldet das neonazistische „Freie Netz Süd“ auf ihrer Homepage jemand hätte „in den Abendstunden“ des 9. November Schiffe mit der Aufschrift „Heldengedenken“ auf der Amper schwimmen lassen. Im Text wird auf den Putschversuch von 1923 verwiesen und, dass die mit Filzstift beschrifteten Boote „wohl“ durch das um diese Jahreszeit stockfinstere Dachau geschwommen seien. Unsterblich wurden die Nazis dadurch nicht. Niemand nahm davon Notiz. (Quelle: Antifa)

Eine Woche später tauchen Aufkleber der nicht mehr existierenden Kameradschaft „Freie Nationalisten München“ und der NPD-Jugend JN in der Pollnstraße auf. (Quelle: Antifa)