infocafe 07.10.25: Jugendwiderstand in NS-Deutschland

07.10.2025 | offen 19:00 Uhr Beginn Vortrag 19:30 Uhr | Referent: Roman Danyluk | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7


Ab 1936/37 entstanden lockere, autonome Zusammenschlüsse von Jugendlichen, die den Nationalsozialismus (NS) und dessen Jugendverbände ablehnten. Die wilden Jugendgruppen setzten sich mit ihrem Outfit – ihrer Kluft – bewusst gegen die herrschende Norm ab. Mit ihrem ganzen Auftreten demonstrierten die wilden Cliquen öffentlich ihre oppositionelle Einstellung sowie ihre Gruppenzugehörigkeit. Sie führten lokal und regional verschiedene Selbstbezeichnungen wie Navajos, Meuten, Blasen, Schlurfs, Mobs, Stenze, Edelweißpiraten usw.

Der harte Kern wohnte in der unmittelbaren Umgebung des jeweiligen Treffpunktes. Dieser befand sich im öffentlichen Raum, auf einer Straße, in einer Grünanlage, teilweise auch in Gaststätten. Die autonome Jugendbewegung bestand vor allem aus Jugendlichen der unteren Schichten, die sich eine eigene Subkultur schufen und selbstbestimmt leben wollten. Sie agierten völlig eigenständig und waren an keine Organisation oder Partei angebunden. Weiterlesen

„Wir haben eine Stimme. Erheben wir sie!“ – Protestaktion am Helios Klinikum


Beschäftigte des Helios Klinikum Dachau protestierten am Donnerstag, den 28.08.25 dagegen, dass der führende Klinikkonzern den Pflegekräften auf den Stationen die Reinigung der Betten aufbrummen will. Dafür wurde von den Beschäftigte selbst zu einer Aktiven Mittagspause aufgerufen, in der während der Pause gemeinsam und solidarisch Stellung bezogen und das Vorgehen des Konzern einer massiven Kritik unterzogen wurde.
Was beim ersten Hören wie ein Scherz anmutet ist bittere Realität. Bereits 2023 wurden Abteilungen im Niedriglohnbereich aufgelöst und die Kolleg*innen gekündigt – der Fahrdienst zu und von Operationen und Untersuchungen, sowie das komplette Catering. Die Aufgaben wurden den Stationsteams zugeteilt, welche seit Jahren elementare Überlastung durch zu wenig Personal anprangern. Der blanke Hohn, dass nun weitere Aufgaben auf sie zukommen. Laut den Protestierenden wird bereits mit der Umsetzung begonnen. Weiterlesen

Indonesien: vom Riot zum Aufstand?


Seit dem 25.08.25 gehen in Indonesien Zehntausende auf die Straße. Es begann als Protest gegen eine Erhöhung von Zulagen für Politiker*innen im Zeichen von weitgehender Armut in der Bevölkerung – es wurde zum gewaltigsten Aufstand, den der Inselstaat seit Erdenken erlebt hat. Dass neben der Erhöhung der Bezüge für Politiker*innen gleichzeitig Einsparungen im Gesundheitsbereich, Bildungswesen und öffentlichen Bauvorhaben vorgenommen werden sollten, brachte das Fass zum überlaufen.
Es knallt nicht nur in der Hauptstadt Jakarta, in den Provinzen Westjava, Zentraljava und Tenggara wurden Gebäude der Regionalregierung geplündert und abgefackelt. In der zweitgrößten Stadt Surabaya wurde das Polizeigebäude gestürmt (1). Die Regierung geht mit massiver Gewalt gegen die Riots vor. Es wurden Hunderte verhaftet, ABC Indonesia berichtet auch von Entführungen und spricht von mindestens sechst Getöteten (2).
Bereits am 29.08.25 erklären indonesische Anarchist*innen: „Basically anarchists control the narrative. People responding to the nationwide call to attack the police station and the police themselves. Attack the government and the mass-media lost control of the information and news.“ Weiterlesen

infocafe 02.09.25

02.09.2025 | 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

Das infocafe bietet Raum für gegenseitigen Austausch und kann als Anlaufpunkt genutzt werden, um sich zu vernetzen. Aktuelle Anlässe können ebenso wie von euch eingebrachte Themen diskutiert werden – oder ihr könnt einfach nur nach Feierabend chillen.

Es wird laufend aktuelles Infomaterial, Bücher, Zeitschriften und sonstiges brauchbares geben. Schaut vorbei.

Küche für Alle – Sommerpause in den Schulferien


Die Küche für Alle geht wie letztes Jahr in die Sommerpause. Los geht es wieder wöchentlich am Montag, den 22.09.25. Auch der Kartentausch kann solange nicht stattfinden.
Im letzten halben Jahr wurde vermehrt Augenmerk auf den Kartentausch gelegt – was weit mehr beinhaltet als den ersten Tausch an sich. Die Supermarkt-Gutscheine müssen dann in der laufenden Woche wieder in Bargeld zurück getauscht werden, um am folgenden Montag den Kreislauf von vorne zu starten. Interessierte, die sich beteiligen wollen, werden immer gesucht und können sich jederzeit an das Solidarity Network Dachau wenden unter solidah@riseup.net Weiterlesen

infocafe 05.08.25: „Lasst uns aufstehen!“ – Das Fabrikkollektiv GKN


05.08.2025 | offen 19:00 Uhr Beginn 20:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

Kurzfilm von Labournet TV über die Fabrikbesetzung in Florenz. Im Anschluss Austausch und Diskussion.

„Lasst uns aufstehen!“ – Das Fabrikkollektiv GKN
24 min. | Sprache italienisch | Untertitel deutsch | 2022 | labournet tv | Footage de snupo e Toscana Lavoro

422 Arbeiter*innen einer Autoteilefabrik in Campi Bisenzio bei Florenz wurden im Juli 2021 fristlos entlassen. Seitdem haben sie die Fabrik besetzt, verschiedene Veranstaltungen und Demonstrationen mit zehntausenden Leute organisiert, und eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Sie wollen ihren Arbeitsplatz in eine ökosozialistische Fabrik umwandeln, die von den Arbeiter*innen selbst betrieben wird und Solarpaneele oder Lastenfahrräder herstellt. Weiterlesen

Picking Fights – 17 years of organizing in the Seattle Solidarity Network


Im Folgenden blicken Aktive des Seattle Solidarity Network zurück auf 17 Jahre ihres Bestehens, in denen sie mit Taktiken experimentierten und lernten, wie Arbeiter*innen und Mieter*innen gegen Bosse und Vermieter zusammen handlungsfähig werden können.

„Es gibt so viel linkes Organisieren und Wähler*innenstimmen fangen, dass es erfrischend war in Direkte Aktion involviert zu sein, die Kämpfe gewinnt – auch wenn sie klein sind.“

„Der Schwung kam von normalen Menschen, die sich demokratisch selbst organisieren. […] Es war ein Weg in Aktion zu treten, dort wo wir waren. Ein hoffnungsvoller Startpunkt für etwas größeres.“

„Ich glaube die grundsätzliche Frage am Anfang von SeaSol war, wie Macht von Arbeiter*innen in einer nicht autoritären und demokratischen Weise entwickelt werden kann.“

Originalveröffentlichung bei crimethinc 10.07.2025
mehr Informationen seasol.net

For an action-obsessed group like the Seattle Solidarity Network (SeaSol), pausing for reflection is a rare thing. Upon receiving the invitation to prepare this text, we embarked on a collective process that included written interviews with more than a dozen participants with different levels of involvement over the years—exactly the sort of inefficient endeavor that we work so hard to keep out of our regular organizing activities. It was a little embarrassing how high emotions were for people at times, but that also shows just how much SeaSol means to all of us, whether we were in it for a long or even a short period of time. What follows is our best effort to share with you who we are and what we’ve learned over the past seventeen years. Weiterlesen

infocafè 01.07.25: Fighting Agribusiness


infocafe | 01.07.2025 | offen 19:00 Uhr Beginn 19:30 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

Fighting Agribusiness – Über zivilen Massenwiderstand, Entwaffnung, Allianzen mit Landwirt*innen und der Zusammenführung von Kämpfen

In diesem infocafé schauen wir uns anhand der radikal ökologischen Bewegungen Code Rouge (Belgien) und Les Soulèvements de la terre (Frankreich) an, wie agrar-industrielle Komplexe in beiden Ländern Ziel direkter Aktionen wurden, während gleichzeitig politische Macht mit der lokalen Bevölkerung und vor allem Landwirt*innen aufgebaut wurde. Weiterlesen

infocafe 03.06.25

infocafe | 03.06.2025 | 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

Dieses Mal mit einem kurzen Beitrag über Geldpolitik und Banken. Er stellt die Frage, ob Geld aus dem Nichts entstehen kann. Kann es natürlich nicht. Kapital entsteht durch menschliche Arbeitskraft und wird in Schritten vom Warenkapital zum Geldkapital. Weiterlesen

1. Mai-Versammlung wächst weiter

Knapp 100 Menschen beteiligten sich dieses Jahr an der antiautoritären 1. Mai-Versammlung am Weißenburger Platz. Wie im vergangenen Jahr luden der (Queer-)Feministische Streik München, das Solidarity Network Dachau und das Allgemeine Syndikat München der Basisgewerkschaft FAU dazu ein, Stimmen aus verschiedenen Betrieben an die Öffentlichkeit zu bringen.

Bei prächtigem Wetter und einem gut gelegenen Platz mit vielen Passant*innen ging es in Beiträgen aus den Bereichen Schule und Erziehung um prekarisierte Bildung und ungleiche Voraussetzungen für Kinder aus ärmeren Verhältnissen. Der Kapitalismus produziert und reproduziert soziale Ungleichheit. Die kommenden Jahre werden mit einer reaktionären neuen Regierung geprägt sein von Umwälzungen gegen uns lohnabhängig Beschäftigte. Arbeitszeitregelungen, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mindestlohn – CDU/CSU laufen sich gerade warm bis zur offiziellen Regierungsübergabe. Weiterlesen