Covid-19 und kein Ende

Mal ehrlich, man kann es nicht mehr hören. Täglich steigende Infektionszahlen, Krankenhauskapazitäten mindestens am Anschlag und eine stabile Masse an Menschen von 14-15 Millionen, die sich einer Impfung gegen den tödlichen Virus verweigern. Ein Ministerpräsident, der allen Ernstes behauptet, die Wissenschaft habe nicht vor einer neuen Welle gewarnt, Diskussionen über Impfpflicht, Einführung von 3G am Arbeitsplatz. Der Staat will erneute Lockdowns umschiffen, weil das Kapital darauf besteht. Nein, es geht nicht um die gesundheitliche Unversehrtheit aller Menschen, weder im Privaten und schon gar nicht in der Arbeit. Es geht um Unversehrtheit der Mehrwertabschöpfung durch unsere Arbeitskraft. Ob große produzierende Industrie oder Kleingewerbe, das Rad muss rollen, ansonsten kann Kapitalismus nicht funktionieren. Weiterlesen

Arbeiter*innen blockieren Hafen von Genua

In der dritten Novemberwoche blockierten über 100 Hafenarbeiter*innen des Collettivo Autonomo Lavoratori Portuali (CALP – Autonomes Hafenarbeiter*innen Kollektiv) den Hafen in Genau, um die Lieferung von Kriegswaffen zu verhindern oder zumindest zu blockieren. Außerdem forderten sie, stattdessen die Häfen für Geflüchtete zu öffnen. Autos und LKW, die in den Hafen gelangen wollten, wurden nicht nur vom CALP gehindert, sondern auch von brennenden Autoreifen.

Die Beteiligten agieren mit einer Selbstverständlichkeit, was mitunter damit begründet werden kann, dass das Collettivo Autonomo Lavoratori Portuali schon seit knapp 10 Jahren existiert und immer wieder mit Aktionen von sich reden machte. Weiterlesen

Diskussion: Über antisozialen Individualismus, Impfgegner*innen und Faschismus

Diskussionstext des italienischen operaistischen Theoretikers Sergio Bologna über antisozialen Individualismus, Impfgegner*innen und Faschismus. Manche getätigten Aussagen spiegeln die Verhältnisse in Italien wider und können nicht eins zu eins auf die Bundesrepublik übertragen werden. Wesen und Charakter von Bewegungen wie „Querdenken“ sind aber treffend erfasst und können als Diskussionsgrundlage dienen dieses Phänomen einzuordnen.

Wir überlassen die Idee der Freiheit nicht den Rechten!

Originalveröffentlichung bei Officina Prima Maggio Weiterlesen

Dachauer Klinik-Arbeiter*innen erklären sich solidarisch mit Streik in Berlin

Die Unabhängige Betriebsgruppe am Helios Amper-Klinikum Dachau hat eine Solidaritätserklärung für den seit 09.09.21 laufenden Streik an Berliner Kliniken abgegeben. Die Kolleg*innen der Vivantes Kliniken und der Charité wollen einen Personalschlüssel durchsetzen, außerdem soll eine tarifliche Eingliederung der Vivantes Service Gesellschaft in den TVöD erreicht werden. Somit befinden sich drei Belegschaften in einem unbefristeten Arbeitskampf.

Hintergründe und laufend aktuelle Meldungen finden sich bei LabourNet, ein Videobericht mit Stimmen von Kolleg*innen gibt es auf Labournet TV. Wie es gelingt einen Kampf in drei Betrieben zu führen und man Bündnisse wie Deutsche Wohnen enteignen miteinbezieht, kann in einem Interview mit einer Streikenden nachgelesen werden. Weiterlesen

Warum wir mit dem Lokführer*innenstreik solidarisch sind

Seit Mittwoch, den 11.08.21 um 2:00 Uhr findet der seit 2015 größte Streik der Lokführer*innen statt. Bis Freitag, 13.08. werden der Fern-, Nah- und Güterverkehr bestreikt. Es geht der zum Streik aufrufenden Gewerkschaft GDL um mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Natürlich sind wir mit dem Streik solidarisch, v.a. weil wir uns Solidarität auch in unseren Kämpfen um weniger Arbeit und mehr Lohn wünschen, aber hier geht es noch um viel mehr.

Bashing unserer Kolleg*innen ist inakzeptabel

Fulminante 95% der Gewerkschaftsmitglieder stimmten für diesen Streik, bei einer Beteiligung von 70% an der Urabstimmung. Das widerlegt die in der Öffentlichkeit verbreitete Reduzierung des Streiks auf den GDL-Vorsitzenden. Dieser Streik wird von einer klaren Mehrheit der Arbeiter*innen getragen. Wie bei allen Lokführer*innenstreiks wird das mediale Bashing gegen die kämpfenden Kolleg*innen nicht ausbleiben. Weiterlesen

Ganz in deiner Nähe: Streiks im Einzelhandel – Protest am Krankenhaus

Sinkende Inzidenzwerte und steigende Temperaturen lassen auch in Betrieben letztere nach oben klettern. Die so genannten „systemrelevanten“ Arbeiter*innen machen sich in der Umgebung wieder bemerkbar, allerdings in unterschiedlicher Form. In ihrer Zusammensetzung ähneln sich die beiden Branchen dennoch, sind sie überwiegend weiblich und/oder migrantisch, v.a. aber schlecht bezahlt mit miesen Arbeitsbedingungen und man setzt ihre permanente volle Leistung als selbstverständlich voraus. Die Aufmerksamkeit der Bevölkerung gegenüber diesen Kolleg*innen schwand schon vor dem Fall der Infektionsrate.

Streiks bei IKEA in Eching und Leder Hoffmann in Odelzhausen

Ein herkömmlicher Tarifstreit der noch herkömmlicheren Gewerkschaft ver.di wurde schlussendlich zu einem Aufruf zur Arbeitsniederlegung. Trotz Umsatz und Gewinnsteigerung im Einzelhandel ist die Gegenseite nicht bereit, der moderaten Forderung nach 4,5% mehr Lohn, plus 45 Euro mehr und einem Mindeststundenlohn von 12,50 Euro in den unteren Lohngruppen nachzukommen. Im Corona Jahr 2020 wurde laut Statistischem Bundesamt ein Rekordumsatzplus von nominal 7,9% im bayerischen Einzelhandel erreicht – von den Arbeiter*innen versteht sich. Weiterlesen

Am 15. April ist Steal Something From Work Day

Dokumentiert und gefunden bei CrimethInc.

„Arbeitet dein Chef weniger als du, verdient aber mehr? Schwirrt jemand in einem Privatjet auf deine Kosten herum? Wenn das Unternehmen am Ende des Tages Geld verdient, bedeutet das, dass es dir nicht den vollen Wert deiner Arbeit zahlt – so entsteht der Gewinn eines Unternehmens! Wenn du also etwas an deinem Arbeitsplatz brauchst, nimm es. Du hast es dir verdient!

Klaue etwas von deiner Arbeit! Du kannst es mit deinen Freund*innen teilen oder es deiner Familie geben – der Familie, die du wegen deines Jobs nie siehst. Du könntest es selbst nutzen, um etwas zu tun, von dem du schon immer geträumt hast – vielleicht etwas, das all das Potenzial nutzt, das in dir steckt, dass du aber nicht nutzen kannst, weil du die ganze Zeit für jemand anderen arbeiten musst. Weiterlesen

Dritte Welle, Lockdown, Unternehmensinteressen

Update: 24.3.21 Der Staat knickt vor den Interessen des Kapitals ein, Beschluss der „Ruhetage“ zurück genommen.

Nachdem vorgestern neue Lockdown Regelungen beschlossen wurden (1) stellt sich immer mehr die Frage nach der Sinnhaftigkeit staatlicher Maßnahmen, wem sie nutzen und wem sie rein gar nichts nutzen.

Ein paar Anregungen zur Diskussion in verdammt schwierigen Zeiten.

First of all: Eine dritte Welle war absehbar. Die Lockerungen vor zwei Wochen haben die Infektionslage beschleunigt. Zum ersten Mal wurden jetzt Ansätze eines wirtschaftlichen Lockdowns beschlossen. Bisher wurde versucht inhaltlich alles auf individuelles Verhalten zu beschränken, und das Leben an sich als Entfaltung in der Freizeit betrachtet, aber ausgeblendet, dass man früh morgens aus den beengten Wohnverhältnissen in voll besetzen Bussen und Bahnen zum unterbezahlten Arbeitsplatz ohne ausreichend Sicherheitsabstand gelangt. Weiterlesen

Keine Kündigungen bei MAN Karlsfeld?

Es kam wahrlich überraschend, was über die Medien bekannt gegeben wurde. MAN verkündete vergangene Woche auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Nachdem im September eine Jobgarantie, die eben für diese Szenarien abgeschlossen wurde, einseitig von der Konzernspitze gekündigt  wurde, war es der Plan im gesamten MAN Konzern 9500 Stellen in Deutschland und Österreich zu streichen. Für das Hauptwerk in Karlsfeld standen 3000 Kündigungen im Raum. Weiterlesen