infocafe 07.10.25: Jugendwiderstand in NS-Deutschland

07.10.2025 | offen 19:00 Uhr Beginn Vortrag 19:30 Uhr | Referent: Roman Danyluk | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7


Ab 1936/37 entstanden lockere, autonome Zusammenschlüsse von Jugendlichen, die den Nationalsozialismus (NS) und dessen Jugendverbände ablehnten. Die wilden Jugendgruppen setzten sich mit ihrem Outfit – ihrer Kluft – bewusst gegen die herrschende Norm ab. Mit ihrem ganzen Auftreten demonstrierten die wilden Cliquen öffentlich ihre oppositionelle Einstellung sowie ihre Gruppenzugehörigkeit. Sie führten lokal und regional verschiedene Selbstbezeichnungen wie Navajos, Meuten, Blasen, Schlurfs, Mobs, Stenze, Edelweißpiraten usw.

Der harte Kern wohnte in der unmittelbaren Umgebung des jeweiligen Treffpunktes. Dieser befand sich im öffentlichen Raum, auf einer Straße, in einer Grünanlage, teilweise auch in Gaststätten. Die autonome Jugendbewegung bestand vor allem aus Jugendlichen der unteren Schichten, die sich eine eigene Subkultur schufen und selbstbestimmt leben wollten. Sie agierten völlig eigenständig und waren an keine Organisation oder Partei angebunden. Weiterlesen

Indonesien: vom Riot zum Aufstand?


Seit dem 25.08.25 gehen in Indonesien Zehntausende auf die Straße. Es begann als Protest gegen eine Erhöhung von Zulagen für Politiker*innen im Zeichen von weitgehender Armut in der Bevölkerung – es wurde zum gewaltigsten Aufstand, den der Inselstaat seit Erdenken erlebt hat. Dass neben der Erhöhung der Bezüge für Politiker*innen gleichzeitig Einsparungen im Gesundheitsbereich, Bildungswesen und öffentlichen Bauvorhaben vorgenommen werden sollten, brachte das Fass zum überlaufen.
Es knallt nicht nur in der Hauptstadt Jakarta, in den Provinzen Westjava, Zentraljava und Tenggara wurden Gebäude der Regionalregierung geplündert und abgefackelt. In der zweitgrößten Stadt Surabaya wurde das Polizeigebäude gestürmt (1). Die Regierung geht mit massiver Gewalt gegen die Riots vor. Es wurden Hunderte verhaftet, ABC Indonesia berichtet auch von Entführungen und spricht von mindestens sechst Getöteten (2).
Bereits am 29.08.25 erklären indonesische Anarchist*innen: „Basically anarchists control the narrative. People responding to the nationwide call to attack the police station and the police themselves. Attack the government and the mass-media lost control of the information and news.“ Weiterlesen

Kraftvoller CSD trotzt reaktionären Entwicklungen


21.06.2025 – Mehr als 250 Teilnehmende demonstrierten am dritten Dachauer CSD für Selbstbestimmung und gegen seit einem Jahr enorm angestiegene queerfeindliche Tendenzen. Gerade in diesen Zeiten, in denen die LGBTQI+ Community Angriffen von konservativer bis neofaschistischer Seite ausgesetzt ist, stellte die Demo samt Straßenfest und anschließendem Konzert ein unmissverständliches, selbstbewusstes Zeichen dar – mit der Botschaft sich nicht einschüchtern zu lassen und verbaler wie körperlicher Gewalt entgegen zu treten. Weiterlesen

80 Jahre Dachauer Aufstand


„Nun muss deine blöde arische Mörderbande merken, dass sie die Gejagten sind.“ Am frühen Morgen des 28. April 1945 gegen 8:00 Uhr stürmen aufständische Antifaschist*innen das Dachauer Rathaus und halten die Altstadt besetzt. Eine sinnlose Verteidigung der Stadt mit weiteren Toten und eine Liqudierung des Konzentrationslagers soll so verhindert werden. Die US-Armee befindet sich bereits in unmittelbarer Nähe, es scheint eine Frage der Zeit bis sie Dachau erreichen. Die Aufständischen setzen sich aus Dachauer Arbeiter*innen und einige Tage zuvor befreiten Inhaftierten des Konzentrationslagers zusammen.
„Beim Beladen des Moorexpresses schielen wir uns gegenseitig an. Alles alte Genossen mit Erfahrung. Die langen Jahre Zuchthaus und KZ hatten uns nicht kaputt gemacht. Wie oft hatten wir dem Tod ins Auge gesehen? Alte Spanienkämpfer der Internationalen Brigaden sind mit von der Partie. Verdammt, das muss hinhauen. Wenn wir doch endlich schon Waffen hätten! Aber erst müssen wir hier raus.“ Weiterlesen

In die Offensive! Besuch bei AfD Veranstaltung

„Die AfD kommt. Wir kommen auch“ hieß es am 22.01.25 als die AfD Dachau ankündigte eine Wahlkampfveranstaltung im Thoma Haus in der Dachauer Altstadt durchzuführen. Über 50 Menschen ließen es sich nicht nehmen der extrem rechten Partei zu zeigen, womit sie es bei ihrem Durchmarsch in die Vergangenheit zu tun bekommen. Mit Feuer, Rauch, Sprechchören und einer großen FCK AFD Fahne zog man vom Schrannenplatz in einer Spontandemo Richtung Thoma Haus. Dort gab es zur Verwunderung aller keine Polizeipräsenz, so dass der Eingang belagert werden konnte. Die AfD war sichtlich ebenso überrascht wie zögerlich und machte das, was selbstbewusste stolze Deutsche in so einer Situation eben machen – sie riefen die Polizei. Weiterlesen

infocafe 04.02.25 zeigt den Antifa-Film „Schulter an Schulter – wo der Staat versagte“

04.02.25 | Einlass 19:00 Uhr | Beginn 20:00 Uhr| FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7


Zum ersten Mal sprechen fünf Antifa-Aktivist*innen ausführlich über die Hintergründe und Praktiken einer ungewöhnlich professionellen Bewegung, die der aufblühenden Neonaziszene im wiedervereinigten Deutschland nach 1989 entgegen trat.

Webseite & Synopsis antifa-film.de

Vieles an der heutigen Situation erinnert frappierend an die Zeit nach der Wende Anfang der Neunziger. Ein rechter Mob greift Menschen an, die ihrem Feindbild entsprechen – zuletzt in Magdeburg nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt. Das gesellschaftliche Klima ist rassistisch aufgeheizt, die Parteien sind sich in ihren migrationsfeindlichen Haltungen vom Grundsatz her einig. Und doch kann das Heute – bezogen auf eine reaktionäre, sozialchauvinistische Stimmung – nur bedingt mit damals verglichen werden. Weiterlesen

infocafe 07.01.25

infocafe | 07.01.2025 | 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

get connected
Das infocafe bietet Raum für gegenseitigen Austausch und kann als Anlaufpunkt genutzt werden, um sich zu vernetzen. Aktuelle Anlässe können ebenso wie von euch eingebrachte Themen diskutiert werden – oder ihr könnt einfach nur nach Feierabend chillen.

Es wird laufend aktuelles Infomaterial, Bücher, Zeitschriften und sonstiges brauchbares geben. Schaut vorbei.

sich bilden – bande bilden – banden bilden

Demonstration gegen Kapitalismus & Krise in Dachau


Am Samstag, den 23.11.24, demonstrierten 60 Menschen durch Dachau, um gegen Mietwucher, Sozialabbau und soziale Ausgrenzung Stellung zu beziehen und für die Überwindung des kapitalistischen Systems als Ganzes einzutreten. Unter dem Motto „Reclaim the City – Alles für Alle – die Krise heißt Kapitalismus“ stand die Demonstration darüber hinaus für einen bedingungslosen Antifaschismus ohne Wenn und Aber.

Bereits vor dem Auftakt am Dachauer Bahnhof zeigte sich ein völlig überzogenes Polizeiaufgebot, das Stunden vor der Demo mit mehreren Wannen im Konvoi durch Dachau und mehrmals am selbstverwalteten Zentrum Freiraum auf und ab fuhr. Vor dem Start wurde in zwei Redebeiträgen darauf aufmerksam gemacht, was es in Dachau bedeutet, wenn am Ende des Monats das Geld knapp wird, man sich die hohen Mieten nicht leisten kann – man andererseits durch Politik und Unternehmen zu noch mehr Leistung und Verzicht aufgefordert wird. Weiterlesen

Antifa Redebeitrag auf der Reclaim The City Demonstration

Redebeitrag von Dachauer Antifaschist*innen

Januar 2024: in der ganzen Bundesrepublik finden Massenkundgebungen statt als Deportationspläne der extremen Rechten aus AfD, Identitären, einzelnen CDU Mitgliedern und Unternehmern bekannt werden. Es sind die größten Demonstrationen seit Jahrzehnten.
Die einzige politische Folgerung daraus war eine von nahezu allen im Bundestag vertretenen Parteien propagierte migrationsfeindliche Politik der letzten Monate, welche Nicht-Deutsche als Problem sieht und nicht den Plan Millionen von Menschen mit und ohne deutschen Pass gewaltsam zu zwingen das Land zu verlassen. Weiterlesen

23.11.2024+++Demonstration in Dachau+++ Reclaim The City – Alles für Alle – Die Krise heißt Kapitalismus


Samstag 23.11.24 | 16:30 Uhr | Auftakt Bahnhof Dachau | Aufruf & Updates unter alles-fuer-alle.net

Das Wort Krise fällt regelmäßig bei der Beschreibung von Zuständen der jetzigen Zeit – Halbleiter-Krise, Corona Krise, Krise der Automobilindustrie, Wohnungsbaukrise, Konjunktur-Krise. Die Auswirkungen betreffen die gesamte Gesellschaft, bedingt durch politische Entscheidungen. Statt einer Umverteilung des vorhandenen Reichtums werden Sozialabbau und Ausgrenzung ins Spiel gebracht. Eine große Koalition fast aller Parteien versucht mit ihrem aktuellen migrationsfeindlichen Abschottungskurs eben diese Stimmungen in der Bevölkerung aufzugreifen, während Teile der Gesellschaft sich reaktionären autoritären oder neofaschistischen Heilsversprechen zuwenden.

Krise des gesamten kapitalistischen Systems
Ein kapitalistisches System, also ein System, das auf sozialer Ungleichheit basiert, wälzt die Lösungen für die Krisen in der Regel einseitig ab. Und zwar auf die Menschen, die das System tragen durch ihre Lohnarbeit. Lösen sollen es die, die weit weniger haben als die Entscheider*innen in den politischen und wirtschaftlichen Machtpositionen. Die Folgen sind u.a. steigende Mieten, Verteuerung von Lebensmitteln, Stellenabbau in den großen Industrien. Um davon abzulenken, dass der Kapitalismus selbst die Krisen hervorbringt, werden einzelne Personengruppen stigmatisiert und als Sündenböcke ausgewählt. Bei der Suche nach Schuldigen wird von Unternehmen und Politik öffentlich wirksam nach unten getreten: Forderung nach Senkung des Bürgergeldes („Faule“), gegen Migration („Fremde“), gegen Minderheiten (LGBTQI+).
30 Jahre Neoliberalismus haben zu gesellschaftlicher Entsolidarisierung, Abbau sozialer Garantien und Vereinzelung mit fatalen Zügen geführt. Es stärkt Ideologien, die eine vermeintlich alte Stärke (Konservative) oder neue alte Stärke samt ethnischer Homogenität (Faschismus) propagieren. Dies gilt es zu stoppen – und nicht nur das. Wir müssen den Spieß umdrehen – jetzt! Für etwas Besseres für alle, für ein ganz anderes Ganzes. Weiterlesen