16.11.21 Antifaschistische Infocafe: Shirts, Labels, Sport – Ein Streifzug durch den extrem rechten Lifestyle

20:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr.7 | Bitte kommt mit Maske | es gilt 3G+ vor Einlass |

Das kennen sicher viele: Du stehst an der Kasse oder am Bahnsteig und denkst Dir „Ist das ein Nazi-Shirt?“ Neben bekannten Marken wie „Thor Steinar“ hat sich innerhalb der letzten Jahre eine Vielzahl an rechten Modemarken etabliert. Dies ging mit einigen Umbrüchen in der Nazi-Szene einher.
Anfang der Neunziger war es neonazisische Musik, der so genannte Rechtsrock, der Gemeinschaftsgefühl, männliche Stärke und die eigene Exklusivität brachte, gleichzeitig aber auch Anziehungskraft nach außen herstellte. Mittlerweile hat sich das Spektrum an Angeboten des rechten Lifestyles deutlich erweitert. V.a. der Bereich des Kampfsports ist hier zu nennen. Dort werden Brücken in Milieus gebaut, die sich mit Rechtsrocksaufgelagen nicht erschließen ließen. Mit Kampfsport konnten neonazistische Teile der Hooligan-Szene in organisierte Strukturen eingebunden werden. Seit 2014 ist ein Geflecht aus Kampfsport-Teams und Marken, Rechtsrock-Labels und Bands, sowie politisch ideologischen Plattformen und Organisationen entstanden, die diesen Bereich stetig zu professionalisieren versuchen und mit groß angelegten Events nicht nur die Neonazi-Szene, sondern auch ihr eigenes Leben finanzieren können. Im Fahrwasser dieser Entwicklung von „gesundem Körper und gesundem Geist“ befindet sich eine nicht mehr wahllos ausgelebte, sondern eine präzisierte und geschulte Gewalt, welche gepaart mit elitärem Selbstverständnis, weit mehr Gefahren in sich birgt als nur einen martialischen Kult zur Schau zu stellen.
Gerade dieses Zur-Schau-stellen geschieht durch getragene Kleidung. Was dahinter steckt wollen wir Euch zeigen.

24.08.21 Antifa Infocafe: Verschwörungserzählungen

24.08.21 | 19:00 Uhr | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7

Wir wollen mit euch diskutieren und zwar endlich wieder real. Bitte tragt eine FFP2 Maske und haltet euch an Hygieneauflagen

Mit dem Beginn der Pandemie bekamen Verschwörungserzählungen ungeahnten Zulauf und konnten sogar tausende Menschen auf die Straße mobilisieren. Dabei sind sie gar kein neues Phänomen. Bereits die Anschläge vom 11.9.2001 wurden von einigen als Verschwörung angesehen und auch früher gab es viele Menschen, die Impfen kategorisch ablehnten. Neu sind die Mittel der Kommunikation: Im Alltag stellen Social Media Bubbles den internen Zusammenhalt durch permanente gegenseitige Vergewisserung her und sichern so die Anbindung.

Die heutigen Verschwörungsmythen beruhen auf der Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 und der dadurch hervorgerufenen Krankheit Covid-19. Dabei reichen die Behauptungen von der Leugnung der Existenz des Virus und seiner Gefährlichkeit bis zu seinem Nutzen, die Weltbevölkerung diktatorisch zu überwachen oder gar zu dezimieren. Im Hintergrund werden stets geheime Mächte aus Wenigen gesehen, die die Geschicke der Welt zu ihren Gunsten lenken würden, eine „New World Order“ (NWO), „Globalisten“ oder eine „Finanzelite“. Wie in einem Fluchtpunkt mündet eine Mehrzahl dieser Verschwörungserzählungen in antisemitischen Deutungen. Weiterlesen

Das „Ein Prozent“ Netzwerk – 100% neofaschistisch

Seit einem halben Jahr tauchen in Dachau alle paar Tage extrem rechte Aufkleber von „Ein Prozent“ auf. Manchmal nur vereinzelt, manchmal in der Fläche. Die Sticker tragen die Aufschrift „Deutschland ist bunt genug“, „Deutschland steh auf“ oder „Kehrt nach Hause zurück, eure Heimat braucht euch“. Letzteres überwiegend in der Gegend der Geflüchtetenunterkunft in der Lilienstraße und vergangenes Wochenende erneut an der KZ-Gedenkstätte. Weiterlesen

Ihr bleibt unvergessen! In Gedenken an den Dachauer Aufstand vom 28.04.1945

Legt am 28.04. Blumen an der Gedenktafel an der Sparkasse gegenüber des Rathauses ab.

Der antifaschistische Dachauer Aufstand am 28.04.1945 war der Versuch Dachau von der NS Herrschaft zu befreien. Nach Beginn der Todesmärsche aus dem Konzentrationslager versuchten Widerstandsgruppen die Ermordung der Menschen im Lager und weiteres Blutvergießen in der Stadt zu verhindern. Weiterlesen

Die „Bürgerinitiative für ein freies & selbstbestimmtes Deutschland“ – eine extrem rechte Psychose mit Ursprung im Landkreis Dachau

Im Landkreis Dachau wurde Ende September eine neue extrem rechte Gruppierung mit dem Namen „Bürgerinitiative für ein freies und selbstbestimmtes Deutschland“ (BIFSD) gegründet. Gründer ist der in Altomünster wohnhafte Aktivist und Unternehmer Jürgen Steinhäuser. Die Gruppierung hat außer etwas heißer Luft in sozialen Netzwerken noch nicht viel gerissen. Sie ist allerdings ein Beispiel für die Ausdifferenzierung am rechten Rand bei gleichzeitig verschwimmenden Grenzen zwischen einzelnen Spektren.

Der extrem rechte Unternehmer-Aktivist
Steinhäuser trat im Mai aus der AfD aus, da ihm die Haltung der AfD in Bezug auf die Corona Politik zu lasch war. Zuvor war er stellvertretender Vorsitzender des AfD Ortsverband Odelzhausen, Mitglied im Vorstand des Kreisverband Dachau und für kurze Zeit zum Jahreswechsel 2019/20 Mitglied des bayerischen Landesvorstands. Steinhäuser ist überwiegend in sozialen Medien aktiv und versucht dort Gleichgesinnte zu binden, hatte aber seit jeher auch ein Faible für Straßenprotest. Weiterlesen

Erinnern und handeln! Lagergemeinschaft Dachau positioniert sich zur Katastrophe in Moria

In einer Pressemitteilung vom 12.09.20 ergreift die Lagergemeinschaft Dachau Position zu den katastrophalen Zuständen in Moria nach dem das dortige Geflüchtetenlager – das größte seiner Art in Europa – angebrannt ist. Sie fordert, dass tausende Menschen in der BRD aufgenommen werden sollen.
„Derzeit leben Hunderttausende von Menschen unter katastrophalen Bedingungen in elenden Flüchtlingslagern an den Außengrenzen Europas. Diktatoren wie Erdogan oder die sogenannte libysche Küstenwache werden von der EU finanziert, um Flüchtende am Grenzübertritt in die EU zu hindern. Die Situation in diesen Lagern ist zutiefst menschenunwürdig und dramatisch. Insbesondere in Griechenland ist die EU direkt dafür verantwortlich. Die Corona-Pandemie hat die Situation verschärft und erfordert schon seit Monaten Maßnahmen zum Schutz und für die Sicherung der Gesundheit der Geflüchteten. Dennoch haben die EU und die Bundesregierung nichts Wesentliches unternommen, um Abhilfe in Gang zu bringen. Weiterlesen

Support Anarchists & Antifascists in Belarus


Spendenaufruf von Anarchist Black Cross Belarus:

„Starting from August 9, there are protests in Belarus against the incumbent president demanding his resignation and release of political prisoners. Anarchists also take part in the protests; sometimes they identify as such, in other times, they choose to participate as affinity groups to spread their ideas rather than popularize the symbols. You can follow the situation through anarchist optics at pramen.io

Interview mit dem anarchistischen Kollektiv Pramen bei Crimethinc – Stand Mitte August

Seit einem Monat sind die Menschen im gar nicht so fernen Belarus im Aufstand, im Aufstand gegen eine postsowjetische staatskapitalistische Diktatur. Ein offensichtlich gefälschtes Wahlergebnis war der Auslöser. Die bürgerliche Opposition lässt nicht viel durchblicken, was sie konkret ändern möchte. Ebenso ist sie kein einheitlicher Block. Vielmehr war die Kandidatin der Opposition Swetlana Tichanovskaja eine Notlösung, da ihr Ehemann als eigentlicher Kandidat im Knast sitzt. Ein weiterer Kandidat, bezeichnenderweise ein Bankmanager, Wiktar Babaryka kam schon im Juni in den Knast wegen des Vorwurfs der Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Es gibt hinreichend Grund zu der Annahme, dass dem Sturz der Diktatur eine flächendeckende Privatisierung der Staatsbetriebe folgen und die neoliberale Epoche der Nachbarstaaten nachgeholt wird.
Die Menschen, die auf die Straße gehen, haben hauptsächlich das erklärte gemeinsame Ziel die Diktatur zu stürzen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Ausschlaggebend sind dabei nicht Erklärungen von irgendwelchen Promis oder Künstler*innen, die die westlichen Medien so gerne hervorheben. In Richtung Revolution geht es, wenn die Arbeiter*innen in den Streik treten und so sah es im August in weiten Teilen aus.¹ Weiterlesen

07.08. Fahrrad Demo in Dachau: Die Krise heißt Kapitalismus


07. August 2020 | Start 19:00 Uhr | Brunngartenstr. 7 | Mobimaterial

DIE KRISE HEISST KAPITALISMUS!
MAKE THE RICH PAY FOR THE COVID-19 CRISIS

Die Covid-19 Krise hat bestehende soziale Widersprüche und Ungleichheit verschärft. Arbeitslosenzahlen, Kurzarbeit nehmen zu, Entlassungen beginnen und werden mit dem Ende des Kurzarbeitsgeldes und der staatlichen Zahlungen an Großunternehmen nicht gekannte Ausmaße annehmen. Über 40 Milliarden Euro gingen bisher ans deutsche Kapital. Gewisse Unternehmen profitieren von der Covid Krise, während für die Arbeiter*innen dort hohe Arbeitsbelastung, mangelnder Gesundheitsschutz und niedrige Löhne unverändert bestehen bleiben. Weiterlesen

Erinnern heißt kämpfen! 75 Jahre Dachauer Aufstand


Beteilgt Euch am Gedenken zum 75. Jahrestag des antifaschistischen Dachauer Aufstands! Legt am 28.4. Blumen an der Gedenktafel an der Sparkasse gegenüber des Rathauses ab.

Am 28. April 1945 stürmten bewaffnete Arbeiter_innen und geflohene KZ Häftlinge das Dachauer Rathaus und hielten die Altstadt für mehrere Stunden besetzt. Das Ziel die Besetzung solange zu halten bis die US amerikanischen Truppen nach Dachau stoßen, schlug fehl. SS-Hundertschaften aus der Kaserne am Konzentrationslager schlugen den Aufstand blutig nieder.

Der antifaschistische Dachauer Aufstand wurde jahrzehntelang verschwiegen. Der politisch kommunistische/sozialistische Hintergrund der Aufständischen passte nicht ins Bild. Es waren Menschen aus der Arbeiter_innenklasse, die KZ Häftlingen zur Flucht verhalfen. Diese zögerten nicht noch einmal ihr Leben aufs Spiel zu setzen und beteiligten sich am Aufstand. Sechs Antifaschist_innen wurden zum Teil standrechtlich auf dem Rathausplatz von der SS erschossen. Weiterlesen

Miazga verpiss dich! Gegen den politischen Aschermittwoch der AfD am 26.2.20 in Dachau

Gegenprotest | 17:30 Uhr | Ludwig Thoma Haus |

Will man wirklich PEGIDA im Kreistag sitzen haben? Was für eine Frage. Natürlich nicht. Ebenso wenig ist es aber mittlerweile verwunderlich, wenn AfD Funktionäre bei PEGIDA mitlaufen. So etwa die auf Platz 1 und 2 der Kreistagsliste stehenden AfD-Kandidaten Michael Stauch und Markus Kellerer im Juni 2019. Oder dass die PEGIDA Frontaktivistin Petra N. (Altomünster) sich in der Dachauer AfD engagiert. Folgerichtig versuchten aktivistische lokale Kerne Politik auf der Straße zu machen, wenn auch erfolglos. Der Unternehmer Jürgen Steinhäuser (Altomünster) spendet nicht nur Gelder an neurechte, rassistische und verschwörungstheoretische Blogger und YouTuber. Er ist geradezu fasziniert von ihnen und hält als AfD Funktionär Vorträge darüber, so geschehen am 30.1.2020 in München.

Gerade die sozialen Medien sind das Hauptbetätigungsfeld der AfD – auch in Dachau. Dort leben sie ihre Parallelrealität aus. Über die lokalen Medien beklagen sich die Mitglieder des Ortsverbandes über eine vermeintliche Bedrohung durch eine „linksextreme Szene“ in Dachau, hetzen aber in sozialen Netzwerken täglich mit vulgären rassistischen Posts. Unter dem Pseudonym „Björn Polo Huber“ postet der Kandidat Kellerer v.a. vormittags zur besten Arbeitszeit Beiträge über Facebook, in denen Geflüchtete und Migrant_innen als grundsätzlich kriminell und gewalttätig dargestellt werden. Vergewaltigungen, Messerstechereien und jeder Klau eines Päckchen Kaugummis werden auf „Bereicherer“, „Asylforderer“ usw zurückgeführt.
Sich einerseits als Opfer darstellen und andererseits täglich menschenverachtende Ansichten verbreiten ist bei der AfD kein Widerspruch. Weiterlesen