Flüchtlingsproteste gehen in eine neue Runde

Auf zwei Routen von Bayreuth und Würzburg aus, haben Flüchtlinge am 20.8.2013 begonnen, für die Abschaffung von Flüchtlingslagern, der Residenzpflicht und für die Anerkennung ihrer Anträge, in Protestmärschen in Richtung München zu laufen. Dabei wird bewusst gegen die Residenzpflicht verstoßen. Sie wollen damit an den Protestmarsch nach Berlin vor einem Jahr und die Besetzung des Rindermarktes in München vor zwei Monaten anknüpfen. In einer ersten Erklärung bezeichnen sie sich erneut als Non Citizens, also Menschen, denen die elementarsten Rechte, welche allen Bürger_innen zustehen, vorenthalten werden. Damit liegen sie nicht falsch. Die bayerische Asylpolitik ist die bundesweit restriktivste. Dass sie dagegen in der Landeshauptstadt München kämpfen wollen ist so nur folgerichtig. Der Marsch wird von Beginn an immer wieder von der Polizei gestoppt, Leute werden verhaftet. Die Flüchtlinge lassen sich jedoch nicht davon einschüchtern. Unter refugeestruggle.org ist jeder Tag des Protestmarsches ausführlich dokumentiert.

Flüchtlinge im Landkreis Dachau
Auch im Landkreis Dachau ist das Thema immer wieder auf den Titelseiten der Lokalpresse. Ende Mai sind in Hebertshausen 12 Flüchtlinge in ein leer stehendes Altenheim gezogen, mittlerweile sind es 50. Das Dachauer Flüchtlingslager, die Holzbaracken an der Kufsteinerstraße, sind mit 150 Menschen überfüllt. Daher ist man ständig auf der Suche nach neuen „Unterbringungsmöglichkeiten“, wie das im Behördendeutsch heißt. Die Gemeinde Hebertshausen ihrerseits möchte aber nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen, da, so Bürgermeister Michael Kreitmeir (FW), sie sie nicht mehr „integrieren“ könne. So werden Ressentiments geschickt verbal umgangen. Kreitmeir erbat sich von anderen Gemeinden im Landkreis „Solidarität“.
Nun wurde am 27.8.2013 bekannt, dass in Markt Indersdorf 30 Flüchtlinge in eine derzeit nicht genutzte Tennishalle einziehen sollen (deren Eigentümer zufälligerweise die Gemeinde Hebersthausen ist). Turnhalle statt Holzbaracke. Hier kann man deutlich sehen, wie die öffentliche Debatte um Asylpolitik funktioniert, und was Politik und Bürger_innen darunter verstehen. Ist es denn ein Meilenstein, wenn Menschen in Hallen leben müssen? Für einen „Meilenstein“ sorgte die Stadt Dachau selbst. Sie hatte, nach einem Date des Dachauer Bürgermeisters Bürgel (CSU) beim Ministerpräsidenten, Ende Juli bei der Regierung von Oberbayern durchgesetzt, dass die Holzbaracken an der Kufsteinerstraße einem Gebäude mit „abschließbaren Wohneinheiten“, also Wohnungen wie sie jedem Menschen zur Verfügung stehen, weichen sollen (SZ Bayern 27.7.13). Für die Dachauer Politik, die sich jahrelang verweigert hat, die Lebensbedingungen der Flüchtlinge als menschenunwürdig zu bezeichnen, allen Ernstes ein Grund, sich öffentlichkeitswirksam auf die Schulter zu klopfen. Erst nach Protesten der Betroffenen selbst kam in Dachau ein wenig Bewegung in die Debatte. Es wurde sich des Themas nach und nach bemächtigt. Herausgekommen ist eine Soße aus bürgerlicher Betroffenheit und Nichtinfragestellen der herrschenden diskriminierenden und rassistischen Verhältnisse. Was natürlich nicht anders zu erwarten war. Hilfe bedeutet hier für viele zuallererst „Integration“, also eine Unterwerfung unter die gesellschaftlichen Verhältnisse. Eine egalitäre Forderung nach gleichen Rechten für alle Menschen kommt darin nicht vor.
Wen juckt es, wenn 20 Flüchtlinge eigentlich aus der Kufsteinerstraße ausziehen dürften, aber in Dachau keine bezahlbare Wohnung finden? Dass zudem eine erhebliche Anzahl von Vermieter_innen generell nicht bereit ist, eine Wohnung an Flüchtlinge zu vermieten? So bekommen sie ein Ultimatum, und ist dieses verstrichen, droht ihnen die Obdachlosigkeit bzw. ein Obdachlosenheim (SZ Dachau 14.8.13). In einem Kommentar der SZ Dachau vom 27.8. wird der Asylpolitik noch ein Armutszeugnis bescheinigt, sich aber trotzdem der gleichen Sprache bedient, wie sie sonst von reaktionären Boulevardmedien benutzt wird. Da ist die Rede von einem „Strom“ neuer Flüchtlinge in den Landkreis. Die Unterbringung in der Turnhalle in Indersdorf wird insofern kritisiert, weil Grundstückeigentümer_innen sich verweigern Räumlichkeiten zur Nutzung herzugeben. Im selben Atemzug wird aber die Unterbringung in einer Turnhalle als Signal bezeichnet, weil die Gemeinde Hebertshausen „die ganze Last“ nicht alleine tragen muss.

Menschen als Last, die wie Naturereignisse über uns hereinbrechen. Die sich nur „integrieren“ lassen, wenn sie möglichst wenige sind. Für die der Alltag Leben in Holzbaracken und Hallen bedeutet. Die zum Essen fertige Pakete bekommen. Die den Regierungsbezirk nicht verlassen dürfen. Das ist die Realität – in Dachau, in Bayern, in der BRD.
Dagegen zu kämpfen ist legitim und notwendig!
Es geht weiter

Grenzenlose Solidarität
KEIN MENSCH IST ILLEGAL
ALLES FÜR ALLE

Beschäftigte von Hollister dürfen alleine zur Toilette

Arbeit macht das Leben süß. Aber irgendwann zwischendurch muss man auch mal zur Toilette. Der Betriebsrat der Frankfurter Filiale der Modekette Hollister hat jetzt durchgesetzt, dass die Beschäftigten nicht mehr in Begleitung eines Wachdienstes ihre Notdurft verrichten dürfen, sondern allein. Nach einer einstweiligen Verfügung kam die Unternehmensleitung einer gerichtlichen Klärung zuvor, indem sie der Forderung nachgab (dpa 22.8.13). Die Sache wird nun in einer Betriebsvereinbarung geregelt. Die gilt dann aber nur für die Frankfurter Filiale.
Kamera überwachte Arbeitsplätze und Leibesvisitationen nach der Arbeit bestehen weiterhin. Allerdings werden seit April 2013 nicht alle Mitarbeiter_innen gefilzt, sondern es wird gewürfelt. Nur wer eine 4 würfelt, wird durchsucht (Die Welt 20.12.12). Von der zum Abercombie & Fitch-Konzern zugehörigen Modekette Hollister gibt es bundesweit 15 Filialen. Einen Betriebsrat gibt sonst nur noch in Ludwigshafen. Grund dafür sind die fast ausschließlich befristeten Verträge, die die Kolleg_innen vor betrieblicher Aktivität abschrecken. Vielleicht steht es wenigstens den Beschäftigten in Ludwigshafen bald zu allein auf’s Klo zu gehen.

Hausbesetzung in München

Am Mittwoch, den 7.8.13, wurde das Gebäude in der Goethestraße 30 besetzt. Nach Zusagen des Besitzers und der Polizei auf Anzeigen zu verzichten, verließen die Besetzer_innen heute Mittag das Haus freiwillig.
Es ist die erste organisierte Besetzung in München seit zehn Jahren. Zwar versuchte 2007 eine Hand voll Punks sich ein Objekt in der Westendstraße zu nehmen, wurden aber vom Sonderkommando USK in einen Hinterhalt gelockt und schließlich nach aussichtsloser Gegenwehr zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Einer der Besetzer_innen sitzt immer noch. 2003 versuchte die Gruppe Robin House mit vielfältigen Aktionen auf Mietwucher und Wohnungsleerstand aufmerksam zu machen. Bereits im Dezember 2002 besetzten sie ein Haus in der Landsbergerstraße. 100 Unterstützer_innen vor dem Haus konnten die Verhaftung der Besetzer_innen nicht verhindern. In Bayern gilt seit Franz Josef Strauß die „24 Stunden-Regel“, was bedeutet, dass kein Gebäude länger als 24 Stunden besetzt bleiben darf.
Massenhaft errichtete neue Büroräume, die bundesweit teuersten Mieten und eine Polizeilinie, die in der rigorosen Umsetzung ihrer Zero-Tolerance-Strategie ihres gleichen sucht, zeichnen München heute aus. Keine guten Voraussetzungen, aber kein Grund aufzugeben. Es geht um mehr als allein um unkommerzielle Räume für Kultur. Es geht um die Wiederaneignung des sozialen Raums.
Nehmen wir uns die Stadt – Jetzt erst recht
Häuserkampf ist Klassenkampf

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Kein Platz für Nazis! Antifaschistischer Stadtspaziergang in Dachau

Am Dienstag, den 23.07.2013, veranstaltete eine Gruppe von über 20 engagierten Menschen einen abendlichen antifaschistischen Stadtspaziergang in Dachau. Mit dem Motto „Wir überlassen den Nazis nicht den öffentlichen Raum“ und „Kein Platz für Nazis“ trugen sie ihre Nachricht von der Münchner Straße über den Bahnhof bis in die Altstadt und machten mittels eines Handzettels über ihr Anliegen aufmerksam.

Das Flugblatt sei im folgenden dokumentiert:

Mit diesem Flugblatt stellen wir klar: Wir akzeptieren die Aktivitäten von Neonazis in Dachau nicht und möchten der rassistischen und den Nationalsozialismus verherrlichenden Propaganda entschieden entgegen treten. Auch wenn Dachau keine Hochburg neonazistischer Präsenz ist, so tauchen immer wieder, und in letzter Zeit gehäuft, Aufkleber des neonazistischen Kameradschaftsdachverbands „Freies Netz Süd“, der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN), der verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), der mittlerweile aufgelösten Kameradschaften „Freie Nationalisten München“ und „Nationale Solidarität Bayern“ (NSB) auf. Dies zeigt, dass sich zumindest Sympathisant_innen der Neonazis dazu genötigt fühlen ihre rechte Propaganda in Dachau zu verbreiten.
Ebenso kommt es immer wieder zu Vorfällen, bei denen alternativ oder links aussehende Jugendliche von offensichtlich rechts denkenden Menschen beleidigt, bedroht und körperlich angegriffen werden.(1)
Dass es Kontakt von Neonazis in Dachau zu gewaltbereiten Kameradschaften in München gibt ist hinlänglich bekannt. Ein Dachauer, dessen Wohnung Ende Mai durchsucht wurde, war zusammen mit einem verurteilten Neonazi verhaftet worden, weil er rechte Parolen vor einem mehrfach angegriffenen linken Wohnprojekt in München geschmiert hatte.(2) Ebenso im Dachauer Hinterland: ein „sich der rechten Szene zugehörig“ fühlender Vierkirchener wurde im Februar verurteilt, weil er bei Facebook ein Foto mit einer Hakenkreuzfahne veröffentlicht hat.(3) Vor Gericht bekannte er sich offen dazu, „Kontakte zu einer rechten Kameradschaft“ zu pflegen.(4)
Nicht zuletzt befindet sich ganz in der Nähe in Obermenzing eine WG von Führungspersonen des „Freien Netz Süd“, die bekanntermaßen auch als lokaler Treffpunkt für Neonazis aus ganz Bayern und den angrenzenden Bundesländern gilt. Am letzten Samstag, den 20.07., waren dort bei einer Gartenparty u.a. der als Rechtsterrorist verurteilte Martin Wiese – ein bundesweit wichtiger Führungskader neonazistischer Organisationen – anwesend.(5)

Wir dulden weder rechte Propaganda,
noch werden wir Neonazis den öffentlichen Raum überlassen!
Nazis keinen Millimeter! Weder in Dachau noch sonst wo!

1 Ausführliche Darstellungen der Ereignisse finden sich in einschlägigen Chroniken, wie z.B. https://aaud.noblogs.org/category/chroniken
2 http://www.sueddeutsche.de/muenchen/neue-attacke-gegen-linke-verdaechtige-sind-bekannte-rechtsextremisten-1.1685425
3; 4 http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/amtsgericht-dachau-brauner-selbstdarsteller-1.1593385
5 http://www.sueddeutsche.de/muenchen/protest-gegen-rechtsextreme-bunt-gegen-braun-1.1727032

Aus der Chronologie von AIDA Juli 2013
„5. Juli 2013
Dachau. In der Nacht von 5. auf 6. Juli wird der „Freiraum Dachau“ großflächig mit neonazistischen Aufklebern beklebt. Sowohl am Gebäude selbst (u. a. an Fenstern, Türen, Regenrinne, Briefkasten, Vordach, Treppengeländer und Aschenbecher) als auch an den Zufahrtswegen werden Aufkleber angebracht: unter anderem von der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN), dem neonazistischen Kameradschaftsdachverband „Freies Netz Süd“ (FNS, Aufschrift: „good night, left side“), der verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), der mittlerweile aufgelösten „Freien Nationalisten München“ und der 2011 aufgelösten Neonazi-Kameradschaft „Nationale Solidarität Bayern“ (NSB, Aufschrift: „Werde aktiv in deiner Stadt“).“

Angeklagter im NSU-Prozess nimmt an Sommerfest in Obermenzinger Nazizentrum teil

Gefunden auf linksunten.indymedia.org 25.07.2013

Am letzten Samstag (20.07.2013) fand im Nazizentrum in München-Obermenzing ein Sommerfest Münchener und bayrischer Neonazis statt. Neben ehemaligen Mitgliedern der rechtsterroristischen Wiesegruppe, wie Karl-Heinz Statzberger und des Freien Netz Süd, Matthias Bauerfeind, Tony Gentsch und Norman Kempken nahm auch der NSU-Unterstützer und Angeklagte im NSU-Pozess André Eminger teil. Eingeladen hatten die Bewohner des als WG getarnten Nazizentrums Vanessa Becker, Franz Sedlbauer und Daniel Thönessen. Im Folgenden dokumentieren wir die Berichte des AIDA-Archivs und des Bündnis gegen Naziterror und Rassismus.

aida-Artikel
„München. Bisher versuchten diejenigen Neonazis des „Freien Netz Süd“ (FNS), die in Obermenzing ein Einfamilienhaus mit großem Gartengrundstück angemietet haben, die Immobilie als reines Wohnhaus darzustellen und rechte Treffen dort möglichst geheim zu halten.
Nach den Polizeirazzien gegen das FNS ist dies nun anders: Die neonazistischen Mieter Vanessa Becker, Daniel Thönnessen und Franz Sedlbauer laden mit einem von ihnen namentlich unterzeichneten Brief die Anwohner_innen der umliegenden Straßen zu einem „Sommerfest“ mit Spanferkel und „Kinderschminken“ am Samstagnachmittag ab 14.00 Uhr ein. Die Einladung enthält keinen Hinweis auf den rechten Hintergrund.
Ein vermeintlich harmloses „Grillfest“ ist ein niedrigschwelliges Angebot der Szene, das Nachbar_innen und Interessent_innen ansprechen soll. Gleichzeitig passt es – trotz des ansonsten so offensiven und ultraradikalen Auftretens des FNS – zum Drang der Neonazis nach Spießigkeit und Bürgerlichkeit. Im hinter dem Haus gelegenen Gartengrundstück haben die Neonazis ein Zelt und einen Pavillon sowie ein Planschbecken und einen Spanferkelgrill aufgebaut.
In der hohen Hecke am Haus steckt ein eingefallenes Transparent „Das Braune Haus ist heute ganz bunt“ – eine Anspielung auf das im Nationalsozialismus am Königsplatz gelegene „Braune Haus“.Das Fest entpuppt sich schnell als bayernweite Szeneveranstaltung. Mit Planen und Handtüchern versuchen die Organisator_innen und Teilnehmenden, den Platz so abzuschirmen, dass er von den am Grundstück entlangführenden Straßen möglichst wenig einsehbar ist. Schon vor 14.00 Uhr sitzen hinten im Garten überregional angereiste Neonazis auf Bierbänken zusammen, unter anderem der derzeit im Münchner NSU-Prozess angeklagte André E. (Zwickau) mit dem als Rechtsterroristen verurteilten Karl-Heinz Statzberger (Markt Schwaben).
Dass die FNS-Führungskader Norman Kempken (Nürnberg), Tony Gentsch (Regnitzlosau-Oberprex) und Matthias Bauerfeind (Karlstadt) zu Besuch kommen, unterstreicht: es handelt sich um ein Sommerfest des „Freien Netz Süd“ und die Obermenzinger Immobilie ist mittlerweile ein wichtiger Teil der bayerischen Neonazi-Infrastruktur. Weiterlesen

Bad Reichenhall: Eine Stadt bettelt um antifaschistische Intervention

Pressemitteilung des RABATZ-Bündnis vom 27.06.2013 /// rabatz.tk

Trotz der Aufforderung des RABATZ-Bündnis wurden weder die beiden „Charlemagne-Gedenken“, noch das Kreta-Gedenken verhindert oder anderweitig kritisch begleitet.
In nur einem Monat wurde drei rechten, nationalistischen und geschichtsrevisionistischen Veranstaltungen in Bad Reichenhall Raum gegeben.
So konnte am 4.Mai 2013 das alljährliche SS-Gedenken um den ehemaligen NPD-Funktionär Uwe Brunke am Kugelbach-Parkplatz ungestört stattfinden. Durch Kommunikationsprobleme und das Fernbleiben des Freien Netz Süd waren dieses Jahr deutlich weniger Personen anwesend als in den letzten Jahren. Was den (neo)nazistischen Charakter dieser Veranstaltung allerdings nicht abschwächte.
Beim vom Freien Netz Süd veranstalteten neonazistischen Gedenken am Abend des Tags der Befreiung (08.Mai 2013) versäumte es die Bad Reichenhaller Bevölkerung ebenfalls ein antifaschistisches Zeichen zu setzen und dagegen vorzugehen. So konnte u.a. der Rechtsterrorist Karl-Heinz Statzberger mit den FNS-Aktivisten Roy Asmuß (Teising), Benjamin Hager (Waging am See) und Florian Gottschling (Waging am See) die geschichtsrevisionistische Veranstaltung abhalten. Weiterlesen

Asylsuchende besetzen Rindermarkt in München

Am Samstag den 22.06.13 wurde nach der Non Citizens Demonstration No Border No Nation der Rindermarkt besetzt. Aktuell befinden sich 55 Menschen im Hungerstreik.
Da es nehezu täglich zu neuen Ereignissen kommt, hier die wichtigsten Adressen mit laufend aktuellen Informationen.

Refugee Tent Action Presseerklärungen der Streikenden und mehr

twitter.com/afa_muenchen Antifa Ticker München

Infotelefon: 0151 4767 1580

Über die Lebenssituation von Flüchtlingen in Dachau und Protest dagegen
Flüchtlingslager Kufsteinerstraße-Unendliche Geschichte stößt auf taube Ohren
Anmerkungen zum Fest des Projekts „Jugend & Integration“ in Dachau
Grenzenlose Solidarität-Aufruf zu antirassistischer Demo in Dachau
200 Menschen demonstrieren in Dachau gegen Rassismus für Flüchtlingsrechte

Wohnungsnot und Mietwucher in Dachau

Der Mieterverein Dachau sieht in Dachau eine deutliche Wohnungsnot. In einem Bericht in den „Dachauer Nachrichten“ kritisiert der Vorsitzende Wolfgang Winter, dass einige hundert Wohnungen fehlen. Viele Menschen geraten wegen der hohen Mieten in Dachau in finanzielle Probleme.

Betroffen sind vor allem Alte, Familien und Alleinerziehende. München ist Hauptgrund für den Wucher. Bei den Mietpreisen liegt „Monaco di Bavaria“ seit langem auf Platz eins. Da viele in Dachau lebende in München arbeiten, ziehen die Vermieter_innen kräftig an der Schraube. So lässt sich erklären, wie eine Kleinstadt mit 40.000 Einwohner_innen die bundesweit fünft teuersten Mieten haben kann. Die werden dann noch jedes Jahr satt angehoben. Ein Antrag des Sozialauschuss der Stadt bei der Staatsregierung, Mieten nur um 15% statt um 20% erhöhen zu dürfen, ändert am grundlegenden Problem auch nichts.
Noch verheerender ist die Lage bei Sozialwohnungen. Von den 590 in Dachau und 213 im Landkreis alle restlos belegt. Allein in Dachau stehen 279 Menschen auf der Warteliste. Im beginnenden Wahlkampf zeichnet sich bereits eine Annahme des Themas bei der Sozialdemokratie ab. Erwarten darf man davon erfahrungsgemäß natürlich nichts. Ändern wird sich etwas nur, wenn Betroffene selbst zeigen, dass sie die Schnauze voll haben.

Antifa Cafe: Operaismus – Untersuchung, Klassenzusammensetzung, Arbeiter_innenautonomie

Veranstaltung mit Roman Danyluk im Freiraum Dachau
Dienstag, 4. Juni 2013
19:00 Uhr

Roman Danyluk, Autor des Buches „Befreiung und soziale Emanzipation – Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus“ (Edition AV 2012) gibt in seinem Vortrag einen Überblick über Theorie und Praxis des Operaismus.

Der Operaismus ist eine Strömung des Marxismus, entstanden im Italien Anfang der 60er Jahre um die Zeitschrift Quaderni Rossi (Rote Hefte). Die Quaderni Rossi untersuchte die Zusammensetzung der Industriearbeiter_innenschaft, v.a. im Norden Italiens. Dabei stießen sie auf einen neuen Typ von Arbeiter_innen, die so genannten Massenarbeiter_innen. Das Nachfolgeprojekt Classe Operaia (Arbeiter_innenklasse) versuchte nun anhand dieser Untersuchungen in Fabrikkämpfe zu intervenieren. Anfangs belächelt um ihre radikale Ablehnung von Partei und Gewerkschaften und verachtet für ihre Ansicht, dass das Kapital auf die Arbeiter_innenkämpfe reagiert und nicht umgekehrt, stellte sich Ende der 60er Jahre heraus, dass die Operaist_innen die Entwicklung der italienischen Arbeiter_innenkämpfe richtig deuteten. Es entstanden in den Industriezentren, u.a. in Turin, Mailand und Porto Marghera, militante, selbstorganisierte Kämpfe der Massenarbeiter_innen, die nicht nur autonom von Gewerkschaften und Partei stattfanden, sondern sich auch noch gegen die Arbeit an sich wendeten. Die Arbeiter_innen wollten nicht ihre Arbeit besser entlohnt sehen, sondern sie kämpften für deren Abschaffung und die Zerstörung der Maschinerie, welche sie täglich unterdrückte.
Es sollen allerdings auch die Defizite der Strömung, die den Begriff der Arbeiter_innenautonomie prägte, angesprochen werden, z.B. als die Kämpfe abflauten und sich das Offensivkonzept des Operaismus vor neue Fragen gestellt sah.

Mitte der 70er wuchs eine neue Bewegung heran, die an die Idee der Autonomie anknüpfte, sie auf das gesamte gesellschaftliche Terrain ausdehnte und eine ganze militante Generation von Jugendlichen erfasste: Die Autonomia. Sie konnte von der herrschenden Klasse nur militärisch zerschlagen werden. Anfang der 80er saßen Tausende in italienischen Gefängnissen.

In der BRD Anfang der 70er Jahre waren einige Gruppen von der Idee der Arbeiter_innenautonomie beeinflusst und starteten Untersuchungen und Interventionen wie beispielsweise Arbeiterkampf bei Ford in Köln, Arbeitersache bei BMW, Siemens und MAN in München oder Revolutionärer Kampf bei Opel in Rüsselsheim. Sie gaben mit anderen die Zeitschrift Wir wollen alles heraus. Da dies heute nahezu in Vergessenheit geraten ist, soll auch darauf eingegangen werden.

Freiraum Dachau
Brunngartenstr. 7
85221 Dachau
Antifaschistisches Infocafé im Freiraum

Let’s fight back! – Demo gegen Naziterror in München

In den letzten Tagen kam es in München zu einer Reihe von Naziübergriffen auf verschiedene antirassistisch engagierte linke und alternative Einrichtungen.

So wurden beim Wohnprojekt Ligsalz8 in mehreren Nächten unter anderem die Scheiben eingeschlagen und die Hausfassade mit Farbbeuteln beworfen. Dem bayerischen Flüchtlingsrat wurden ebenfalls die Scheiben eingeschlagen. Bei einer Anwältin der Nebenklage im “NSU-Prozess wurde die Eingangstüre mit Fäkalien beschmiert. Zuletzt traf es das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Westend. Auch hier wurden Scheiben eingeschlagen. Diese Aufzählungen sind nicht komplett und es wird sicherlich weitere Angriffe geben.

Wenngleich diese Attacken nur Einige treffen, so gelten sie doch uns Allen und müssen dementsprechend gemeinsam beantwortet werden!

Zeigt euch solidarisch mit den Betroffenen, bietet eure Unterstützung an und kommt zu Demo am Mittwoch /// 29. Mai! 19:00 Uhr /// Georg Freundorfer-Platz