Rassistische Post in Dachau

Die Dachauer SZ meldete am 11.9.14, dass Unbekannte Posteinwürfe mit rassistischem Inhalt verteilten. Der Zeitraum wird nicht genannt, aber es muss ziemlich aktuell sein.
Das einzige, was inhaltlich zitiert wird ist die Parole „Salafisten raus“.

Geschrieben war es auf alte Wahlunterlagen, Kuverts mit der Aufschrift BMW Financial Services, sowie auf Werbeprospekte.
Laut dem Artikel tauchten diese ausschließlich im Himmelreichweg auf. Betroffen waren drei türkische, eine iranische, eine marokkanische, eine afrikanische und eine nicht genannte Zahl deutscher Familien mit migrantisch klingenden Nachnamen.

Die Polizei sieht keinen direkten Straftatbestand, aber den Tatbestand der Beleidigung erfüllt. Ein offizieller Polizeibericht ist noch nicht online veröffentlicht. Sie haben den Staatsschutz eingeschaltet.
Insgesamt ist die Tat als unbeholfen und nicht professionell zu bewerten. V.a. weil wahllos Prospekte beschriftet wurden. Nichtsdestotrotz ist das eine eindeutige Bedrohung gegen Migrant_innen!

Bemerkenswert ist auch folgendes: Am vergangenen Wochenende, den 6./7.9.14 tauchten in der Volksbankfiliale in der Münchner Straße Werbebroschüren der dextrem rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ auf. Darin wird vor steigender Kriminalität gewarnt, vor „deutschfeindlicher Ausländergewalt“ und „linken Gewalttätern“. Die Broschüren, die dem Informationsmaterial der Filiale beigefügt wurden, waren außerdem handschriftlich mit einem Link zum rassistischen Blog „PI News“ beschriftet.

Am Abend des 12.9. versammelten sich am Unteren Markt in Dachau spontan knapp 30 Menschen, um gegen die rassistische Hetze zu protestieren. Es beteiligten sich Personen der seit zwei Monaten laufenden Kampagne Kein Platz für Rassismus – Dachau zeigt Zivilcourage, sowie Antifaschist_innen. Auch wenn es sich um einen stillen Protest handelte, ist es wichtig, dass öffentlich klar gestellt wird, dass man rassistische Bedrohungen nicht tatenlos hinnimmt.

Solidarität statt Ressentiment

Strike Meeting in Rom: Für einen sozialen und internationalen Streik in Europa

Die Zeit ist reif für den sozialen Streik gegen Austerity und Prekarität!!!
Strike Meeting 12., 13., 14. September, Rom
Drei Tage von Workshops und Versammlungen um gemeinsam einen sozialen und internationalen Streik in Europa zu organisieren.

autistici.org/strikemeeting/index_de

HIN ZUM SOZIALEN STREIK…
Die Zeit ist reif für den sozialen Streik!

Europa 2014: Im Sechsten Jahr der wirtschaftlichen und sozialen Krise, ist unser Leben durch konstante Unsicherheit, senkung der Löhne, Massenprekarität und generalisierte Verschuldung gekennzeichnet. Die rhethorischen Erklärungen von Regierungen und Mainstream-Medien, wonach die Austeritätspolitik nun überwunden ist, verschleiern in wirklichkeit eine Beschleunigung von Massnahmen, die verheerende Auswirkungen haben werden: Entlassungen, unterbezahlte Arbeit, Angriffe auf die Löhne, privatisierung des Gemeineigentums und der öffentlichen Dienstleistungen, systematischer Angriff auf das Wohnungsrecht und Umwandlung des Welfaresystems in ein Instrument sozialer Kontrolle.

Unsere Lebensbedingungen sind wie ein Spiegelbild: Der wirtschaftlichen Verarmung, dem Verlust von Rechten und Garantien in der Arbeitswelt entspricht die Akkumulation des Reichtums in den Händen weniger. Alte und neue Kapitalisten haben uns in einen Armuts- und Ausbeutungszustand gezwungen der unser ganzes Leben beherrscht und uns die Möglichkeit nimmt, die Zukunft zu planen.

Wir sind Prekäre, Arbeitslose, selbständige Arbeiter, flexibilisierte Mitarbeiter, Einwohner und Migranten, verloren in einem sozialen Dschungel und in einer Einsamkeit, die unsere Organisation und Verteidigung verhindert und wo die „klassischen“ Gewerkschaften unzureichend und nicht mehr nützlich sind.

Zu diesen ökonomischen, sozialen und Arbeitsbedingungen tritt eine systematische Zerstörung der Umwelt hinzu, dessen Verschmutzungs- und Privatisierungsprozess trotz seiner Sinnlosigkeit und Unwirtschaftlichkeit jedoch unausweichlich erscheint.

Doch die Krisenjahre sind auch durch eine Vielfalt von Kämpfen, Konflikten und Wiederaneignungsversuchen von Rechten und Einkommen gekennzeichnet. Wenngleich wichtig, reichen sie jedoch nicht und sind nicht erschöpfend: deshalb brauchen wir breite und inklusive soziale Koalitionen. Weiterlesen

Freimann: Rassistische Hetze stoppen!

Am Montag, den 25.8. und am Mittwoch, den 27.8. planen Nazis der NPD-nahen ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp‘ (BIA) erneut Kundgebungen rund um die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in der ehemaligen Bayernkaserne. Wir rufen alle Antifaschist_innen und Antirassist_innen auf, sich den Nazis und Rassist_innen in den Weg zu stellen und ihre rassistische Hetze unmöglich zu machen! Zeigt Solidarität mit den Refugees in der Bayernkaserne!

Montag:
von 16.00 bis 16.30 Uhr an der Kollwitzstraße/Ecke Wundtstraße
16.30 antifaschistische Aktionen im Viertel
von 18.00 bis 18.30 Uhr am Werner-Egk-Bogen/ Ecke Keilberthstraße
Vorabtreffpunkt: 15:10 unter dem Torbogen am Sendlinger Tor

Mittwoch:
von 16.00 bis 16.30 Uhr an der Paracelsusstraße/Ecke Kollwitzstraße
16.30 antifaschistische Aktionen im Viertel
von 18.00 bis 18.30 Uhr am Werner-Egk-Bogen/ Ecke Carl-Orff-Bogen
Vorabtreffpunkt: 15:10 unter dem Torbogen am Sendlinger Tor

Rassistische Hetze in Freimann & Proteste gegen Nazi-Kundgebung am 14.08.

Artikel auf linksunten.indymedia.org

DONNERSTAG, 19.00 Uhr
Antifaschistische Proteste an der Paracelsusstraße, Ecke Kollwitzstraße in Freimann

Vorabtreffpunkt für die gemeinsame Anreise:
18.10 Uhr unter dem Torbogen am Sendlinger Tor

Am vergangenen Samstag veranstaltete die NPD-nahe ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp‘ (BIA) eine Kundgebungsserie im Stadtteil Freimann, im Norden Münchens. Hintergrund ist die seit etwa zwei Wochen eskalierende rassistische Hetze von Anwohner_innen und organisierten Neonazis gegen die Bewohner_innen der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in der ehemaligen Bayernkaserne in Freimann.

Für kommenden Donnerstag, den 14. August planen die Neonazis der BIA eine weitere Kundgebung in der unmittelbaren Nähe der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende. Wie bereits letzten Freitag rufen antifaschistische Gruppen zu Gegenprotesten und zur Solidarität mit den Refugees in der Bayernkaserne auf.

Im Folgenden wollen wir eine kurze, vorläufige und sicherlich unvollständige Einschätzung der Situation in und vor allem um die Bayernkaserne herum geben. Das Fazit jedoch gleich vorab: Die Gemengelage aus staatlichem Rassismus, agitierenden Nazis und aufgebrachten Wutbürger_innen ist brandgefährlich. Antirassistische Solidarität und antifaschistische Aktionen sind das Gebot der Stunde! Kommt daher alle zu den antifaschistischen und antirassistischen Protesten gegen die Nazis am Donnerstag, 14.8.! Weiterlesen

Amper Kliniken Dachau: Klinikleitung verbietet sämtliche Aushänge

Aus einer Infomail der Unabhängigen Betriebsgruppe u.a. veröffentlicht auf labournet.de

„Die Flugblätter für die KollegInnen der Reinigung, Bettenzentrale und
Küche erfreuen sich größerer Beliebtheit als erwartet. Sie wurden dem
Anschein nach selbständig vervielfältigt, gemarkert und im ganzen Haus
verklebt.
Das Flugblatt findet sich hier
Nun hat die Klinikleitung am 6.8.14 folgende Mitteilung veröffentlicht:

Veröffentlichung von Informationen durch Aushänge
Informationen, die durch Aushänge im Klinikum veröffentlicht werden
sollen, sind bezüglich Inhalt und Layout mit dem Vorstand abzustimmen.
Das Anbringen von Aushängen und Plakaten, die nicht vom Vorstand
genehmigt wurden, ist untersagt.“

Das erinnert frappierend an das Vorgehen des alten Vorstandes vor haargenau
zehn Jahren. Dieser rechtfertigte damit seine repressiven Maßnahmen gegen
aktive KollegInnen. Es wurden
2004 insgesamt dreimal KollegInnen wegen Hausfriedensbruch angezeigt.

Dieser Rückgriff soll Widerspruch verbieten und somit im Keim ersticken.
Natürlich sind wir für selbständiges Kopieren und Aufhängen unserer
Flugblätter durch andere nicht zur Verantwortung zu ziehen. Es riecht
aber als würde der Wind sich langsam drehen. Es könnte natürlich auch
Konsequenzen für uns als Betriebsgruppe und unsere Publikation der
ANTIGEN nach sich ziehen. Helios bleibt seiner Linie also treu und wird
seinem Ruf einmal mehr gerecht.

Leider gibt es Dinge, die gesagt werden müssen! Daher hier unser ANTIGEN
Newsletter für August
über die ersten fünf Monate unter Helios.
Wir konnten die letzten 4 Jahre, nach Jahren an Repressalien und
Einschüchterungen seitens der alten Klinikleitung, offen im Betrieb
agieren. Das haben wir erkämpft und werden es uns nicht so einfach
nehmen lassen.“

Werkerinfo #18 – Mitarbeiter_innenzeitung MAN Werk München/Karlsfeld

„Die Kün­di­gungs­wel­le geht wei­ter, es sol­len mitt­ler­wei­le weit über 160 Ar­bei­ter_in­nen vor allem krank­heits­be­dingt ge­kün­digt wor­den sein. Wir haben auf die­ses Vor­ge­hen der Per­so­nal­ab­tei­lung schon in ver­gan­ge­nen Aus­ga­ben hin­ge­wie­sen und auch dar­auf, dass ihr bitte so­fort zu­m_zur An­wal­t_­An­wäl­tin geht und da­ge­gen klagt. Bis jetzt wur­den nach un­se­ren In­for­ma­tio­nen fast alle Kün­di­gun­gen ge­richt­lich wie­der zu­rück­ge­nom­men. Auch soll­tet ihr zur An­hö­rung durch den Be­triebs­rat, denn da­durch wird die Chan­ce wei­ter­ar­bei­ten zu kön­nen er­heb­lich ge­stei­gert. Das ist auch das ein­zi­ge, was wir an der Be­triebs­rats­ar­beit der letz­ten Mo­na­te po­si­tiv hei­ßen kön­nen. Ihr müsst dazu kein IG-​Me­tall­mit­glied wer­den, auch wenn ei­ni­ge Be­triebs­rä­te (vor allem Leo) euch dazu drän­gen! Der Be­triebs­rat ist für alle Ar­bei­ter_in­nen da und nicht im Auf­trag der IG-​Me­tall nur für IG-​Me­tall­mit­glie­der.

Ge­ra­de sind wie­der ein Hau­fen Azu­bis mit der Aus­bil­dung fer­tig ge­wor­den. Doch um eine un­be­fris­te­te Über­nah­me zu be­kom­men, müs­sen sie 75% der Ab­schluss­prü­fung schaf­fen. Vor ei­ni­gen Jah­ren hieß es noch, dass alle un­be­fris­tet über­nom­men wer­den, was schon nach kur­zer Zeit durch einen Durch­schnitt von 63% er­schwert wurde. Nur durch das Nicht­wis­sen der Be­leg­schaft konn­te sich der Be­triebs­rat mal wie­der auf der Be­triebs­ver­samm­lung selbst loben. Denn eine sol­che Ver­schlech­te­rung der Über­nah­me­be­din­gun­gen ist alles an­de­re als ein Fort­schritt!“

Ganze Ausgabe lesen unter werkerinfo.blogsport.de

Stadtrat möchte über „extreme“ und rechte Veranstaltungen informiert werden

Nach der Neonazikundgebung aus den Reihen des „Freien Netz Süd“ bzw. dessen Nachfolgeorganisation „Der III. Weg“ am 12.4.2014 verlangt der Dachauer Stadtrat, zukünftig über Veranstaltungen dieser Art informiert zu werden. Das Landratsamt Dachau, bei dem die Kundgebung angemeldet werden musste, hatte diese verschwiegen. Gerade in Dachau, einer Stadt, deren Name unweigerlich mit der NS-Herrschaft verbunden ist, ein skandalöses Vorgehen.
In Zukunft soll nach dem Vorbild von Landsberg enger zwischen Stadt, Landratsamt und Polizei zusammen gearbeitet werden. Der Stadtrat hat nun am 25.6. einen Antrag aller Fraktionen verabschiedet. Die Dachauer SZ zitiert daraus, dass der Stadtrat künftig fordert „über alle beim Landratsamt angemeldeten Demonstrationen extremer, insbesondere rechtsextremer Gruppierungen informiert zu werden.“ Ach so. Wieder mal „Extremisten“ von rechts und links, die die arme Demokratie in die Zange nehmen. Neonazis, und Menschen die diese bekämpfen auf eine Stufe zu stellen, ist gemäß der Extremismus-Theorie nichts neues. Wenn man sich den Anlass des Antrags vor Augen führt, kann man nur den Kopf schütteln. Es waren Dachauer Jugendliche, die spontan gegen die Neonazikundgebung protestiert haben, die im Nachhinein zu „couragierten Bürgern“ umbenannt wurden und die dem Ansehen der Stadt Dachau den Arsch gerettet haben. Sie allesamt in die Nähe von Neonazis zu rücken war sicher nicht die Absicht, aber es ist schon klar, wer gemeint ist. Ohne aktive Antifaschist_innen wäre eine Teilnahme von verurteilten Rechtsterroristen beispielsweise nicht aufgedeckt worden, gäbe es keinen Überblick über rechte Strukturen und Vorfälle in Dachau.
Wir gehen davon aus, dass die Wortwahl nicht im Sinne aller Beteiligten war, sondern einen Kompromiss darstellt, damit die CSU den Antrag mittragen kann. In der Aussprache hat die CSU es sich nicht nehmen lassen noch einmal ausdrücklich zu betonen, dass im Fokus des Antrags nicht nur Nazis stünden, sondern alle „Extremisten“. Danke, wir haben verstanden!

Texte zur Extremismustheorie:
Keine Märchen für Deutschland – Links gleich Rechts und Außen gegen Mitte. Nationalsozialismus gleich Antifaschismus Autonome Antifa Koordiantion Kiel

Neue Mitte, (K)alte Krieger. Die politische Funktion der Extremismustheorie Antifaschistisches Infoblatt Nr. 51

28.6.14: Gegen Polizeigewalt und Repression in München

Anschließend 16:00 Uhr Straßenfest Bordeauxplatz

„Wer nichts Verbotenes macht, hat von der Polizei nichts zu befürchten.“ – so verbreitet diese Ansicht ist, so falsch ist sie auch. Mitte März kam der 59-jährige Gärtner Michael E. aus Bamberg bei einer Auseinandersetzung mit der Münchner Polizei ums Leben. Als die Polizisten ihn fixierten, kollabierte er und starb. Mehr „Glück“ hatte Theresa Z. auf einer Wache in München-Au. Ihr wurden vom zuständigen Beamten mit einem Faustschlag „nur“ Nasenbein und Augenhöhle gebrochen. Es geht beim Phänomen Polizeigewalt aber nicht um das Fehlverhalten einzelner „schwarzer Schafe“, vielmehr hat die Polizei ein strukturelles Problem mit Gewalt in ihren Reihen.

Polizist*innen begehen Straftaten, aber so gut wie nie müssen sie sich dafür verantworten.

Im Jahr 2010 gab es 2.133 Fälle rechtswidriger Gewaltausübung durch Polizist*innen. In nur 63 Fällen wurde Anklage erhoben, in 93% der Fälle wurde das Verfahren eingestellt. Süddeutsche Zeitung
Es gibt in diesem Staat keine unabhängige Kontrolle von Polizeigewalt. Zusätzlich erschwert die Anonymität durch die Uniformen und die Vermummung ohne Kennzeichnung die Identifikation von straffällig gewordenen Beamt*innen. Nur eine unabhängige Kontrollinstanz außerhalb des Polizeiapparates würde es möglich machen, Straftaten von Polizeibeamt*innen zu verfolgen.

Es gibt ein Problem mit der Polizei!

Polizeigewalt trifft aber in erster Linie nicht nur Menschen wie Michael oder Theresa. Opfer sind ganz bestimmte Personengruppen, gegen die gezielt Polizeimaßnahmen eingesetzt werden. Aber wer schenkt schon Fußballfans Glauben, die eine auf die Fresse kriegen, obwohl sie nur das „Risiko-Spiel“ ihrer Mannschaft genießen wollten. Oder Antifaschist*innen und Demoteilnehmer*innen, die stundenlang im Polizeikessel festgesetzt und mit Pfefferspray traktiert werden. Weiterlesen

Gegen die „Alternative für Deutschland“ – Grenzenlose Solidarität statt Troika und Rechtspopulismus

Flugblatt aus Berlin Download
Mehr Infos no-afd.info
No AfD Plakatwettbewerb no-afd.tumblr.com

WAS TUN GEGEN DIE AfD

1. Die AfD vertritt rassistische, sozialchauvinistische, Frauen- und Homosexuellenfeindliche Positionen

Sozialchauvinismus ist, wenn behauptet wird, das jeder selbst daran Schuld sein soll, wenn er oder sie in dieser Gesellschaft in Armut lebt. Dementsprechend werden Sozialleistungen abgelehnt und jene, die auf sie angewiesen sind mit Verachtung und Sanktionen gestraft. Hat Sarrazin Hartz-IV-EmpfängerInnen noch geraten, statt die Heizung aufzudrehen, doch lieber einen Pullover mehr anzuziehen, so findet AfD-Unterstützer und Gesundheitsökonom Prof. Peter Oberender, dass von Armut bedrohte Menschen doch die Möglichkeit bekommen sollten, ihre ­Organe zu verkaufen.
Oft wird dabei auf rassistische Weise das ökonomische Versagen mit der Herkunft der Beschuldigten in Verbindung gebracht, so auch bei ihren Positionen zur Einwanderung: Viele ImmigrantInnen, so der Parteichef Lucke, bildeten in Deutschland „einen Bodensatz, der lebenslang in unseren Sozialsystemen verharrt“. Gemeint sind Flüchtlinge, der die Partei „Asylmissbrauch“ vorwirft, sowie Sinti und Roma. Aber auch allen anderen EU-Ausländern möchte die Partei am liebsten die Rechte, die LohnempfängerInnen in Deutschland normalerweise haben, entziehen.
Ein weiteres Betätigungsfeld der Partei ist die „Familienpolitik“, wie man sie bislang nur von christlichen FundamentalistInnen kannte: Der Baden-Württembergische Landesverband unterstützt die schwulen- und lesbenfeindlichen Proteste vor Ort gegen die Thematisierung von Homosexualität im Schulunterricht, Spitzenkandidatin Beatrix von Storch tritt für ein striktes Abtreibungsverbot ein und der Jugendverband „Junge Alternative“ initiierte auf Facebook eine Kampagne gegen den Feminismus.

2. Die AfD unterhält offen Verbind­ungen zur extremen Rechten

Auch wenn die Abgrenzung zur extremen Rechten, gerade am Anfang ihrer Karriere, ein wesentlicher Aspekt der AfD war: Mittlerweile hat sich gezeigt, dass es damit nicht sonderlich weit her ist. Insbesondere die große Aufmerksamkeit, die der Partei zu teil wird, hat dazu geführt, das sie sich derzeit zur rechten Sammelbewegung in Deutschland entwickelt.
Die Beispiele sind zahlreich: Bruno Bandulet, Autor der extrem rechten „Jungen Freiheit“ ist schon länger dabei und in letzter Zeit setzt die Zeitung, die in der Vergangenheit vor allem der NPD Rückendeckung gab, voll auf die AfD, welche das Angebot keineswegs ausschlägt, sondern fleißig Interviews gibt und gemeinsame Veranstaltungen organisiert. Auch Jürgen Elsässer, der mit antisemitischen Verschwörungstheorien und christlich-fundamentalistischer Familienpolitik seine Anhängerschaft findet, war schon bei mehreren Ortsgruppen zu Gast. Im sächsischen Pirna wurden sogar Nazis mit Glatze und „Thor Steinar“-Outfit beim plakatieren für die AfD beobachtet und die „Junge Alternative“ wählte Benjamnin Nolte, Mitglied der im neonazistischen Milieu angesiedelten Burschenschaft Danubia München, zum zweiten Vorsitzenden. Weiterlesen

Antifaschistische Demonstration in Bad Reichenhall


rabatz-Bündnis kritisiert Verherrlichung des Nationalsozialismus

Bis zu 120 Menschen beteiligten sich am gestrigen Samstag an einer antifaschistischen Demonstration gegen Militarismus, rechte Traditionspflege und das neonazistische SS-Gedenken in Bad Reichenhall. Die Veranstalter_innen vom rabatz-Bündnis werten die Demonstration als überwiegend erfolgreich und zeigen sich erfreut, dass sie erstmals vereinzelt Zuspruch aus der Bevölkerung erfuhren.

Gleich zu Beginn der Demonstration wurde an der so genannten Kreta-Brücke nahe der Hochstaufen-Kaserne eine symbolische Gedenktafel installiert, die Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger und der Wehrmacht auf Kreta thematisieren sollte. „Hier, in Bad Reichenhall, wird diese Art von Auseinandersetzung über die Rolle der Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg und in der Bundeswehr vermieden“ so eine Rednerin des „AK Angreifbare Traditionspflege“. Diese Einschätzung bestätigte sich auch darin, dass die Tafel noch während der laufenden Demonstration wieder entfernt worden war. Weiterlesen